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    Studie: Zahl der Start-ups stagniert

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    Deutschland,

    In den vergangenen Jahren haben Firmengründungen in Deutschland dank der guten Konjunktur floriert. Nun ist der Boom vorerst gestoppt. Aber die Corona-Krise berge nicht nur Risiken, meine Experten.

    Der Start-up-Boom ist vorerst zum Erliegen gekommen. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa
    Der Start-up-Boom ist vorerst zum Erliegen gekommen. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Aufschwung in der Gründerszene Deutschlands ist im vergangenen Jahr zum Erliegen gekommen.

    Die staatliche Förderbank KfW schätzt die Zahl der Start-ups auf rund 70.000 - ebenso viele wie 2018.

    Zuvor war die Zahl kräftig gewachsen: 2016 hatte es 54.000 Start-ups gegeben und 2017 etwa 60.000. Grund für die Stagnation sei die abgeschwächte Konjunktur bei einem zugleich stabilen Arbeitsmarkt, heisst es in der am Freitag vorgelegten Studie. Gibt es genug offene Stellen, sehen sich weniger Menschen gezwungen, den Sprung in die Selbstständigkeit zu wagen.

    Die Aussichten sind durchwachsen: Die Corona-Krise berge grosse Risiken für die Gründerlandschaft, aber auch Chancen, betonte die KfW. Einige Start-ups müssten wohl aufgeben, zugleich aber rückten internetbasierte und digitale Geschäftsmodelle in Zeiten von Homeoffice und Online-Konferenzen stärker in den Fokus. Ob ein Zuwachs durch neue Gründer die Schliessungen mehr als kompensiere, bleibe abzuwarten.

    Als Start-up bezeichnet die Bank Firmen, die vor weniger als fünf Jahren gegründet wurden, deren Gründer im Vollerwerb dort arbeiten und die innovations- sowie wachstumsgetrieben sind.

    Start-ups sind aus Sicht der KfW von grosser volkswirtschaftlicher Bedeutung, da sie ein wichtiges Erneuerungs- und Beschäftigungspotenzial hätten. Hinter den 70 000 Firmen stünden geschätzt 127.000 aktive Gründer: «Durch die Coronakrise droht die Gefahr, eine ganze Start-up-Generation zu verlieren».

    Um Schaden abzuwenden, hatte die Bundesregierung angekündigt, Start-ups mit zwei Milliarden Euro in der Corona-Krise zu helfen. Mit der Pandemie leiden die Firmen unter Umsatzeinbrüchen; auch Finanzierungen platzten. Aktuell habe sich die Lage aber eher entspannt, schreibt die KfW, die unter anderem mit Beteiligungsfonds, Fördermitteln für Existenzgründer sowie einer Plattform unterstützt.

    Erfreulich sei, dass deutsche Start-ups inzwischen leichter an Wagniskapital von Investoren gelangten, so die Bank. Zur Finanzierung ihres Wachstums wolle ein Fünftel der Gründerinnen und -Gründer (19 Prozent) Wagniskapital nutzen, doppelt so viele wie 2018. Der relativ schwierige Zugang zu Risikokapital gilt als wichtiger Grund, warum die hiesige Gründerbranche der in den USA, Grossbritannien oder Israel hinterherhinkt. Bei grossen Finanzierungsrunden dominieren oft ausländische Investoren - mit der Gefahr, dass Start-ups abwandern.

    Wagniskapital ist für Start-ups wichtig, da sie anfangs kaum Umsätze erzielen und nur schwer Kredite von Banken bekommen. Die Kapitaldecke ist bei vielen der jungen Firmen dünn: Vier von fünf Gründerinnen und Gründern 2019 haben laut der KfW-Studie bisher höchstens 100 000 Euro eingesetzt und das zu über 80 Prozent aus privater Tasche.

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