Schwächephase in der deutschen Industrie setzt sich fort

    DPA
    DPA

    Deutschland,

    Lieferengpässe und Materialmangel belasten weiter die deutsche Industrie. Im September erhält sie den nächsten Dämpfer. Experten hoffen aber auf baldige Besserung.

    Materialmangel bremst die Industrie aus. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa
    Materialmangel bremst die Industrie aus. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Schwächephase der deutschen Industrie hat sich im September überraschend fortgesetzt.

    Die Gesamtproduktion fiel im Vergleich zum Vormonat um 1,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

    Seit April ist die Fertigung in den deutschen Industriebetrieben in fünf Monaten gefallen und konnte sich nur im Juli zeitweise erholen. Nach wie vor belastet der Materialmangel die Industrie, der die Produktion trotz starker Nachfrage bremst.

    Wegen des Gegenwindes in den vergangenen Monaten fällt die Produktion mittlerweile auch im Jahresvergleich. Wie das Bundesamt weiter mitteilte, war die Fertigung im September ein Prozent niedriger als im September 2020. Seit Monaten leiden Industriestaaten unter Materialmangel, und es kommt immer wieder zu enttäuschenden Produktionsdaten. So machen fehlende Chips insbesondere der Autobranche, aber auch Tech-Konzernen wie Apple zu schaffen.

    Das Bundeswirtschaftsministerium verwies auf die Folgen der Lieferengpässe bei Rohstoffen und Vorprodukten, die sich «auf breiterer Front» niedergeschlagen hätten. «Bis zur nachhaltigen Auflösung der Knappheiten bleibt der Ausblick für die Industriekonjunktur somit eingetrübt, wenngleich die Nachfrage auf sehr hohem Niveau verharrt.» Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) erklärte: «Die Produktionszahlen in der Industrie bleiben schwach.» Das senke die Erwartungen einer raschen wirtschaftlichen Erholung.

    «Die Hoffnung auf eine Gegenbewegung zum Einbruch der Produktion im August haben sich nicht erfüllt», analysierte Analyst Ralph Solveen von der Commerzbank. Er geht davon aus, dass die Industrie auch im vierten Quartal kaum einen Beitrag zum Wirtschaftswachstum liefert. Immerhin sei die Nachfrage nach Produkten der Industrie weiter stark, so dass in den kommenden Monaten zumindest mit einer Stabilisierung zu rechnen sei.

    Vorsichtig zuversichtlich zeigte sich der Fondsanbieter Union Investment. Bei den besonders belasteten Autobauern gebe es erste vorsichtige Entspannungssignale, kommentierte Chefvolkswirt Jörg Zeuner. Bis zur Trendwende müsse man sich noch gedulden. «Wenn erst einmal Weihnachten und das Chinesische Neujahrsfest hinter uns liegen, sollten sich die Lieferengpässe entspannen.»

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    AfD
    1'014 Interaktionen
    Mike Müller & Co.
    Patrick Fischer Granit Xhaka
    797 Interaktionen
    Impf-Betrüger

    MEHR IN NEWS

    St. Gallen
    St. Gallen
    USA
    3 Interaktionen
    Vor Midterms

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    Ein Hammer im Gerichtssaal.
    Deutschland
    Die Linke
    1 Interaktionen
    Berlin
    Formel 1 Max Verstappen
    2 Interaktionen
    Nein zu Le Mans!