Schüsse auf Polizei bei spektakulärem Überfall in Berlin abgefeuert

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    Deutschland,

    Mitten in Berlin überfallen Maskierte einen Geldtransporter. Bei einer anschliessenden Verfolgungsjagd stoppen sie eine Polizeistreife mit Schüssen.

    Eine Polizei-Drohne fliegt über den Tatort eines Überfalls auf einen Geldtransporter in Berlin Mitte.
    Eine Polizei-Drohne fliegt über den Tatort eines Überfalls auf einen Geldtransporter in Berlin Mitte. - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Gegen 7.30 Uhr hatten die maskierten Täter einen weissen Geldtransporter eingekeilt.
    • Bei der anschliessenden Flucht mit zwei Autos schiessen die Täter auf die Polizei.

    Polizei und Gangster rasen durch den Berliner Berufsverkehr, es fallen Schüsse. Dass am Ende niemand verletzt ist, scheint fast wie ein Wunder: Mehrere Maskierte haben heute Freitagmorgen am Berliner Alexanderplatz einen Geldtransporter überfallen.

    Am Ende sucht die Polizei auch in sozialen Netzwerken nach Zeugen, um zu rekonstruieren, was sich im Zentrum der Hauptstadt ereignet hat. «Wer hat Fotos und Videos?», twittert die Polizei – und richtet ein Portal zum Hochladen von Dateien ein.

    Gegen 7.30 Uhr hatten die maskierten Täter, vermutlich Männer, den weissen Geldtransporter mit zwei Autos eingekeilt. «Es sieht so aus, als ob sich ein Fahrzeug von vorne und eines von hinten an den Geldtransporter gestellt hat», sagte eine Polizeisprecherin. Die hinteren Türen des Transporters wurden aufgebrochen, offenbar mit Hilfe eines schweren Spreizwerkzeugs.

    Verfolgung abgebrochen

    Bei der anschliessenden Flucht mit zwei Autos schiessen die Täter auf einen Streifenwagen. Sie treffen. Der Wagen bleibt liegen – die unverletzte Besatzung bricht die Verfolgung ab. Die gefährliche Flucht treibt die Täter durch den Berliner Berufsverkehr – und dennoch wird niemand verletzt.

    Ein Zeuge sagt der Zeitung «B.Z.»: «Es waren zwei schwarze Fahrzeuge. Einer der Räuber lehnte sich aus dem Fenster und schoss zurück auf den Polizeiwagen.» Es sei wie in einem Hollywoodfilm gewesen.

    Mit einem der Fluchtwagen bauen die Verfolgten im Stadtteil Kreuzberg einen Unfall. Schnell steigen sie auf das zweite Fluchtauto um und entkommen unerkannt. Wie hoch die Summe ist, für die die Täter in Kauf nehmen, dass andere zu Schaden kommen, ist zunächst nicht bekannt. Mit welcher Rohheit die Täter vorgehen, zeigt sich auch am liegengebliebenen Fluchtwagen, einem dunklen Mercedes: platte Reifen, mehrere Dellen in der Karosserie.

    Über dem Stadtteil kreist nach dem Überfall ein Hubschrauber. Die Polizei sperrt die Orte des Überfalls und der Schüsse sowie die Strasse mit dem Fluchtwagen stundenlang ab. Kriminaltechniker untersuchten die Tatorte, den Geldtransporter und den beschädigten Streifenwagen. Nach den Schüssen auf die Polizisten übernimmt eine Mordkommission die Ermittlungen. Auch ein Spürhund kommt zum Einsatz – zunächst aber ohne Erfolg.

    Spektakuläre Straftat

    Die deutsche Hauptstadt erlebt an diesem Tag eine spektakuläre Straftat – und doch reiht sie sich ein in das kriminelle Grundrauschen der Grossstadt: Immer wieder verüben hier verschiedene Täterbanden spektakuläre Überfälle und Einbrüche: Im März 2010 stürmen vier maskierte und bewaffnete Männer ein Pokerturnier in einem Luxushotel am Potsdamer Platz und erbeuten 240'000 Euro. Die Räuber werden gefasst und verurteilt. Im Dezember 2013 überfallen drei bewaffnete und maskierte Männer einen Geldtransporter auf der Tauentzienstrasse und erbeuten eine sechsstellige Summe.

    Im September 2014 wird ein Geldtransporter von drei Maskierten vor dem Apple-Laden am Kudamm überfallen. Im Weihnachtstrubel 2014 stürmen maskierte Räuber in die Uhren- und Schmuckabteilung des KaDeWe, zertrümmern Vitrinen und erbeuten Ware im Wert von mehr als 800'000 Euro. Die Täter werden verurteilt.

    Auch 2016 ist ein Jahr der Überfälle und spektakulären Einbrüche: auf einen Geldtransporter neben dem KaDeWe, ein Geschäft für Luxusuhren am Kudamm, mehrere Juweliergeschäfte in der Nähe und das Kaufhaus Karstadt. Im März 2017 folgt der aufsehenerregende Einbruch in das Bode-Museum mit dem Diebstahl der riesigen Goldmünze.

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