Schülerproteste in Frankreich: Schulleitung mit Benzin übergossen
In Marseille sind die Schülerproteste am Lycée Victor-Hugo eskaliert. Mehrere Mitglieder der Schulleitung wurden angegriffen. Die Justiz soll nun ermitteln.

Das Wichtigste in Kürze
- Am Lycée Victor-Hugo in Marseille wurde die Schulleitung angegriffen.
- Mehrere Verantwortliche wurden laut Regionalregierung mit Benzin übergossen.
- Die Vorfälle stehen im Kontext landesweiter Schülerproteste in Frankreich.
Bei gewaltsamen Ausschreitungen am Lycée Victor-Hugo in Marseille sind mehrere Mitglieder der Schulleitung angegriffen und mit Benzin übergossen worden.
Nach Angaben der Regionalregierung Provence-Alpes-Côte d’Azur (Paca) waren der Schulleiter, sein Stellvertreter, die Generalsekretärin und ein Teamleiter betroffen.
Regionalregierung verurteilt Eskalation
Die Regionalregierung erklärte in einer Medienmitteilung, der mutmassliche Brandanschlag habe sich im Schulgebäude ereignet und vor der Schule Chaos ausgelöst.
Sie verurteilte die Vorfälle als «inakzeptable Eskalation». Die Verantwortlichen der Schule würden Strafanzeige erstatten.
Die Regionalregierung fordert, die Täter unverzüglich zu identifizieren und strafrechtlich zu verfolgen. Sie habe der Justiz 10’000 Stunden gemeinnütziger Arbeit angeboten und verlange, dass die Verantwortlichen zu entsprechenden Strafen verurteilt werden.
Schülerproteste weiten sich aus
Der Vorfall steht im Kontext der Schülerproteste, die derzeit in mehreren Städten Frankreichs ausarten. Sie richten sich gegen Lehrermangel, überfüllte Klassen und Ungleichheiten im Bildungssystem.
Die Demonstrationen begannen in Paris und haben sich inzwischen auf das ganze Land ausgeweitet. Nach Angaben des französischen Sekundarschulen-Verbands waren am Mittwoch bis zu 400 der insgesamt 3700 Gymnasien für 15- bis 18-Jährige blockiert.
In Städten wie Dijon, Lyon, Strassburg, Lille und Marseille blockieren Jugendliche seit Tagen ihre Schulen. Die Proteste werden teilweise von gewaltsamen Ausschreitungen begleitet.
Polizei setzt Tränengas ein
Bildungsminister Édouard Geffray erklärte laut BBC, einige Forderungen der Jugendlichen seien berechtigt. Sorgen bereite ihm jedoch die Gewaltbereitschaft vieler Demonstrierender.
In Strassburg wurden etwa bei einem Protest Mülltonnen angezündet. Auch aus anderen Städten werden gewaltsame Zusammenstösse zwischen Demonstrierenden und der Polizei gemeldet.
Jugendliche warfen Gegenstände auf Polizeikräfte, die daraufhin mit Tränengas und teilweise mit Schlagstöcken reagierten.
Seit Beginn der Proteste wurden fast 2000 Teenager festgenommen. Dutzende Menschen erlitten bei den Demonstrationen Verletzungen.















