Prozess zu Juwelendiebstahl in Dresden ab 28. Januar

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    Sechs mutmassliche Täter müssen sich für den Juwelendiebstahl aus dem Historischen Grünen Gewölbe in Dresden vor Gericht verantworten. Der spektakuläre Fall wird ab dem 28. Januar verhandelt.

    Die bei dem Einbruch beschädigte Vitrine im Juwelenzimmer im Historischen Grünen Gewölbe im Dresdner Schloss. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa
    Die bei dem Einbruch beschädigte Vitrine im Juwelenzimmer im Historischen Grünen Gewölbe im Dresdner Schloss. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Fast auf den Tag genau zwei Jahre und zwei Monate nach dem spektakulären Juwelendiebstahl aus dem Historischen Grünen Gewölbe in Dresden beginnt der Prozess gegen sechs mutmassliche Täter.

    Der spektakuläre Fall wird vom 28. Januar 2022 an am Landgericht der Elbestadt verhandelt, wie das Landgericht Dresden am Mittwoch mitteilte. Weil zwei der sechs Angeklagten zur Tatzeit noch Heranwachsende waren, beginnt der Prozess vor der Jugendkammer. Die Beschuldigten sind wegen schweren Bandendiebstahls, Brandstiftung und besonders schwerer Brandstiftung angeklagt. Bis Ende März sind insgesamt elf Prozesstage terminiert, danach soll jeweils dienstags und freitags weiter verhandelt werden.

    Diamanten und Brillanten in Millionenwert

    Die Staatsanwaltschaft wirft den 22- bis 28-Jährigen vor, für den Einbruch in das berühmte barocke Schatzkammermuseum im Residenzschloss am 25. November 2019 verantwortlich zu sein. Sie sollen 21 Schmuckstücke mit insgesamt 4300 Diamanten und Brillanten im Gesamtwert von über 113 Millionen Euro entwendet haben. Ausserdem wird ihnen zur Last gelegt, im Zuge des spektakulären Coups auch Sachschäden in Höhe von über einer Million Euro hinterlassen zu haben.

    Zwei Männer waren am frühen Morgen in das Gebäude in der Altstadt eingedrungen, hatten mit einer Axt Löcher in eine Vitrine geschlagen und darin befestigte Schmuckstücke aus dem 17. und 18. Jahrhundert herausgerissen. Von der Beute fehlt noch immer jede Spur. Die Ermittler sind überzeugt, dass der Coup auf das Konto des bekannten Berliner Remmo-Clans geht, der auch für Straftaten wie den Goldmünze-Diebstahl aus dem Bode-Museum 2017 verantwortlich gemacht wird. Alle Angeklagten stammen aus der arabischstämmigen Grossfamilie, vier von ihnen sind in Untersuchungshaft und zwei verbüssen derzeit eine Jugendstrafe wegen des Goldmünze-Falls.

    Angeklagte bei Razzien gefasst

    Sie sollen zuvor einen Stromkasten in Schlossnähe sowie eines ihrer Fluchtautos in der Tiefgarage eines Wohnhauses in Brand gesetzt haben. Zudem war das Gitter des Einstiegsfensters in das Museum im Erdgeschoss Tage vorher durchtrennt und dann provisorisch zusammenklebt worden - das blieb unbemerkt, weil dieser Bereich zwischen Mauer und Fenster im toten Winkel liegt.

    Alle Beschuldigten sind deutsche Staatsbürger. Sie wurden bei mehreren Razzien seit November 2020 in Berlin gefasst. Die Ermittlungen zu weiteren Beteiligten und zum Verbleib der Kunstschätze dauern an. Seit März läuft die Fahndung nach vier inzwischen identifizierten Männern, die im Verdacht der Beihilfe zum schweren Bandendiebstahl stehen. Sie könnten Ende November den Tatort ausgespäht haben und damit an der Vorbereitung des Coups beteiligt gewesen sein.

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