Outdoor-Branche schwächelt - Klettern hilft

    DPA
    DPA

    Deutschland,

    Vor dreissig Jahren waren Wandern und Bergsteigen Seniorenhobbys. In «Outdoor» umbenannt, ist daraus zur Freude der Bekleidungsindustrie ein Massentrend geworden - obwohl die Kundschaft 2018 zum Konsumverzicht neigte.

    Die Outdoor-Branche richtet ihr Augenmerk auf die überwiegend Indoor praktizierten Sportarten Klettern und Bouldern. Foto: Felix Kästle
    Die Outdoor-Branche richtet ihr Augenmerk auf die überwiegend Indoor praktizierten Sportarten Klettern und Bouldern. Foto: Felix Kästle - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Nach rasantem Wachstum der Frischluftsportarten in den vergangenen Jahrzehnten ist die Kauflust der europäischen Kunden gesunken.

    Im vergangenen Jahr setzten die Hersteller von Bekleidung und Ausrüstung für Wanderer, Bergsteiger und andere Outdoor-Sportler in Europa 5,8 Milliarden Euro um, ein Prozent weniger als im Vorjahr. Das berichtete Arne Strate, Generalsekretär des Branchenverbands European Outdoor Group (EOG) bei der Eröffnung der Messe Outdoor in München.

    «Der Markt stagniert», sagte Strate. «Ein Prozent Minus ist aber kein Grund, aus dem Fenster zu springen.» Ärgerlich für die Branche ist dies dennoch, in den vergangenen zwei Jahrzehnten war der Markt zeitweise so schnell gewachsen, dass auch ursprünglich branchenfremde Hersteller wie Adidas eingestiegen sind.

    Derzeit richtet sich das Augenmerk der Outdoor-Branche auf die überwiegend Indoor praktizierten Sportarten Klettern und Bouldern. 2018 wurde nach den Daten der European Outdoor Group Kletterausrüstung für 142 Millionen Euro verkauft - die Umsätze waren fast so hoch wie mit Rucksäcken (152 Mio). «Klettern hat sich ausserordentlich gut entwickelt», sagte Strate.

    Dass nun auch Hallenklettern zum Outdoor-Bereich zählt, zeigt die allmähliche Ausweitung des Begriffs. Traditionell ging es in der Branche eigentlich nur um die Sportarten, für die der Mensch einen Rucksack braucht, im wesentlichen Wandern und Bergsteigen. Die zwei grossen Sporteinzelhandelsketten Intersport und Sport 2000 gehen jedenfalls nicht von einem bevorstehenden Ende des Trends aus.

    «Was uns freut, ist, dass die 22- bis 26-jährige Jugendgruppe den Outdoor-Trend bereichert», sagte Intersport-Vorstandsmitglied Mathias Boenke. Intersport will seine Mitgliedshändler dazu motivieren, sich auf bestimmte Warengruppen wie Outdoor oder «Urban Sports» - Laufen, Fitness etc. - zu konzentrieren.

    Insgesamt präsentieren bei der Messe bis Mittwoch gut 1000 Aussteller aus 35 Ländern ihre Produkte. Die Messe fand früher in Friedrichshafen in Baden-Württemberg statt, ist aber auf Wunsch der Industrie nach München umgezogen.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    KI
    75 Interaktionen
    Gefahr
    Campingfeuer Bella Italia
    18 Interaktionen
    «Fire!»

    MEHR IN NEWS

    Man muss die Eltern kritisieren, nicht die Kinder!
    183 Interaktionen
    Schweigepfad-Lärm
    Bundeshaus Rendez-Vous
    Rendez-Vous
    1 Interaktionen
    Bern
    Sattel SZ
    Sattel SZ

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    2 Interaktionen
    Berlin
    Oktoberfest 2026
    Rekord
    Oktoberfest
    Tragischer Unfall
    x
    247 Interaktionen
    Wie geht das?