Oberstes Gericht bei Skandal um Schwedische Akademie eingeschaltet

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    Schweden,

    Im Vergewaltigungsskandal um die Schwedische Akademie legte Jean-Claude Arnault Beschwerde beim Obersten Gerichtshof ein.

    Jean-Claude Arnault (M) wird aus einem Gerichtssaal eskortiert.
    Jean-Claude Arnault (M) ficht das Urteil gegen ihn an. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Jean-Claude Arnault hat erneut das Hafturteil gegen ihn angefochten.
    • Der 72-Jährige fordert die vollständige Aufhebung des Urteils gegen ihn.

    Im Vergewaltigungsskandal im Umfeld der Schwedischen Akademie hat der Franzose Jean-Claude Arnault das gegen ihn in einem Berufungsprozess verhängte Hafturteil erneut angefochten. Arnault legte Beschwerde bei Schwedens Oberstem Gerichtshof ein, wie dieser am Donnerstag mitteilte. Der 72-Jährige, der bereits seit Oktober in Haft sitzt, fordert demnach die vollständige Aufhebung des Urteils.

    Ein Berufungsgericht hatte Arnault Anfang Dezember zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Es verlängerte die Haftstrafe gegen den Franzosen damit um ein halbes Jahr, weil es anders als die Vorinstanz den 72-Jährigen nicht nur einer, sondern zweier Vergewaltigungen einer Frau im Jahr 2011 für schuldig befand. Arnault hatte die Aufhebung der ersten Verurteilung gefordert und beteuert, der Sex mit der Frau sei einvernehmlich gewesen.

    Der Oberste Gerichtshof gab Arnault nun bis zum 28. Januar Zeit, um weitere Argumente für eine erneute Verhandlung seines Falls zu liefern. Das Gericht befasst sich nur mit Fällen, wenn sie einen juristischen Präzedenzfall darstellen könnten oder aus anderen aussergewöhnlichen Gründen einer Neuverhandlung bedürfen.

    Arnault ist mit der Dichterin Katrina Frostenson verheiratet, einem langjährigen Mitglied der Schwedischen Akademie. Im November vergangenen Jahres war er im Zuge der #MeToo-Debatte von 18 Frauen wegen sexueller Übergriffe beschuldigt worden. Nach Recherchen der Zeitung «Dagens Nyheter» soll er über Jahre hinweg weibliche Mitglieder der Akademie, Mitarbeiterinnen sowie Frauen und Töchter von Akademiemitgliedern sexuell belästigt oder missbraucht haben.

    Weil wegen des Skandals einige Akademie-Mitglieder ihre Mitarbeit aufkündigten, war dieses Jahr die Vergabe des Literatur-Nobelpreises ausgefallen. Nächstes Jahr will die Akademie die renommierten Auszeichnung zum Ausgleich zweimal vergeben.

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