Nach Opferaussage neuer Beschuldigter bei Ermittlungen zu Missbrauchsserie Lügde

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    Deutschland,

    Bei ihren Ermittlungen zum massenhaften Kindesmissbrauch von Lügde haben Staatsanwaltschaft und Polizei nach einer Opferaussage einen neuen Tatverdächtigen in Visier genommen.

    Neue Durchsuchungen auf dem Campingplatz von Lügde
    Neue Durchsuchungen auf dem Campingplatz von Lügde - dpa/dpa/picture-alliance

    Das Wichtigste in Kürze

    • Gegen 57-Jährigen lag laut Medienberichten schon im Sommer 2018 eine Anzeige vor.

    Gegen den 57-Jährigen wird wegen schweren Missbrauchs ermittelt, wie die Behörden am Donnerstag mitteilten. Zugleich wurde die Parzelle des Mannes auf dem Campingplatz in Lügde durchsucht. Medienberichten zufolge lag gegen ihn bereits im Sommer 2018 eine Anzeige vor.

    Ziel der Durchsuchungsaktion auf dem Campingplatz Eichwald in Lügde-Elbrinxen sei «das Auffinden von Beweismitteln», teilten die Staatsanwaltschaft Detmold und die Polizei Bielefeld mit. Der 57-Jährige aus Steinheim im nordrhein-westfälischen Kreis Höxter geriet demnach durch die Vernehmung eines Opfers in den Fokus der Ermittlungskommission Eichwald.

    Den Ermittlern zufolge wurde der Mann zuvor nicht als Beschuldigter in dem Missbrauchskomplex geführt. Die Durchsuchung seiner Parzelle begann bereits am Mittwoch und wurde am Donnerstag fortgesetzt, nachdem die Fläche über Nacht versiegelt und von Polizisten überwacht worden war.

    Nach Informationen von NDR, WDR und «Süddeutscher Zeitung» hatte schon im Sommer 2018 eine damals 15-Jährige den neuen Tatverdächtigen beschuldigt, sie nach einer Feier auf dem Campingplatz vergewaltigt zu haben. Die Staatsanwaltschaft Detmold hatte demnach allerdings aus Mangel an Beweisen die Ermittlungen eingestellt - es habe Aussage gegen Aussage gestanden.

    Wegen des hundertfachen Kindesmissbrauchss von Lügde verhandelt das Landgericht Detmold derzeit gegen drei Angeklagte. Die beiden Hauptbeschuldigten, der 56-jährige Dauercamper Andreas V. aus Lügde und der 34-jährige Mario S. aus Steinheim, hatten zu Prozessbeginn am Donnerstag vergangener Woche die auf dem Campingplatz verübten Taten weitestgehend gestanden.

    Der neue Beschuldigte im Missbrauchsfall von Lügde soll gut mit dem in Detmold angeklagten Mario S. befreundet gewesen sein, wie NDR, WDR und «Süddeutsche Zeitung» weiter berichteten. Demnach teilten sich die die beiden Männer von 2010 bis 2015 fünf Jahre lang dieselbe Parzelle auf dem Campingplatz in Lügde-Elbrinxen.

    Auch sollen beide bis heute unter der gleichen Adresse in Steinheim gemeldet sein. Auch dort wurde dem Bericht zufolge am Mittwoch von Ermittlern eine Wohnung durchsucht.

    Bei dem dritten in Detmold angeklagten Tatverdächtigen handelt es sich um den 49-jährigen Heiko V. aus dem niedersächsischen Stade. Das Verfahren gegen diesen ebenfalls geständigen Angeklagten hatte die Detmolder Strafkammer vergangene Woche abgetrennt. Gegen den unter anderem wegen Beihilfe und Anstiftung zum Kindesmissbrauch angeklagten Mann wird nun am 17. Juli verhandelt.

    Der Fall Lügde gilt als einer der grössten Missbrauchsskandale der vergangen Jahrzehnte. Der jahrelange Kindesmissbrauch auf dem Campingplatz im Kreis Lippe war Ende Januar bekannt geworden. In der Folgezeit wurden eine ganze Reihe von Ermittlungspannen und Behördenfehlern in dem Fall offenkundig. Unter anderem verschwand bei der Polizei Lippe Beweismaterial. Auch das Verhalten von Jugendämtern im Tatzeitraum wurde scharf kritisiert.

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