Missbrauchsvorwürfe: Britischer Sender nimmt Dating-Show aus Programm
Der britische Sender Channel 4 hat nach Missbrauchsvorwürfen die beliebte Dating-Show «Married At First Sight» vorerst aus seinem Programm genommen. Im Raum stehen Vorwürfe der sexuellen Gewalt.

Alle früheren Staffeln der Sendung sind sowohl aus dem Streaming-Angebot als auch aus den linearen Diensten entfernt worden, wie der Sender mitteilte.
Am Montagabend hatte ein Bericht der BBC für Aufsehen gesorgt. Zwei Frauen geben darin an, während der Dreharbeiten der Sendung vergewaltigt worden zu sein, eine dritte Frau schilderte sexuelles Fehlverhalten.
In der Show, die von der Produktionsfirma CPL produziert wird, werden Singles von Experten zusammengebracht und lernen sich erst am Tag ihrer Hochzeit kennen. Der BBC zufolge wird die Sendung als «gewagtes soziales Experiment» bezeichnet. Die darin geschlossenen Ehen sind demnach rechtlich nicht bindend. Die Zuschauer begleiten die Paare etwa bei ihren Flitterwochen.
«Im April wurden Channel 4 schwerwiegende Vorwürfe gegen eine kleine Anzahl ehemaliger Teilnehmer vorgelegt, Vorwürfe, die diese Personen nach unserem Verständnis bestreiten», heisst es in der Stellungnahme des Senders. Bereits im April sei eine externe Untersuchung zum Wohlbefinden der Teilnehmer in Auftrag gegeben worden. Zumindest bis zum Ergebnis der Untersuchung und auch um Spekulationen zu vermeiden, habe man die Sendung aus dem Programm genommen.
Eine namentlich genannte Teilnehmerin schilderte der BBC, ihr «Match» sei während der Dreharbeiten beim Sex zu weit gegangen und habe eine Grenze überschritten. In einer Erklärung wies der Teilnehmer laut BBC «jegliche Vorwürfe des sexuellen Fehlverhaltens» zurück. Laut dem Sender soll das Produktionsteam einige Tage nach dem Vorfall informiert worden sein. Kurz darauf wurde das Paar BBC zufolge wegen Bedenken über eine potenziell ungesunde Beziehung aus der Show genommen.
Im Raum stehen im Zuge der Vorwürfe auch mögliche Versäumnisse bei den Schutz- und Betreuungsmassnahmen. Channel 4 sei der Ansicht, dass bei Bedenken hinsichtlich des Wohlergehens der Teilnehmer schnell und angemessen gehandelt wurde, sagt Geschäftsführerin Priya Dogra laut der Stellungnahme des Senders. «Gegenteilige Behauptungen» weise man «entschieden zurück». Auch Anwälte der Produktionsfirma erklärten demnach, man habe angemessen gehandelt.










