Deutschland jetzt im Weihnachtslockdown

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    Geschäfte geschlossen, die meisten Schulen zu, viele Kitas auch - eine Woche vor Weihnachten und neun Monate nach dem Frühjahrs-Lockdown ist das öffentliche Leben in Deutschland wegen Corona erneut weitgehend zum Erliegen gekommen.

    Tische und Stühle stehen vor einem geschlossenen Restaurant. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa
    Tische und Stühle stehen vor einem geschlossenen Restaurant. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Seit diesem Mittwoch steht das öffentliche Leben in ganz Deutschland zum zweiten Mal in diesem Corona-Jahr weitgehend still.

    Ausser Lebensmittelläden und anderen Geschäften für den täglichen Bedarf bleiben Geschäfte zunächst bis zum 10. Januar geschlossen, auch Schulen und Kitas sind weitgehend zu oder nur noch im eingeschränkten Betrieb. Unklar bleibt, wie es nach dem 10. Januar weitergeht. Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, rechnet mit harten Einschränkungen bis ins Frühjahr.

    Der coronabedingte Shutdown sei unumgänglich gewesen, sagte der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) am Mittwoch. Seinen Angaben zufolge steht das Gesundheitssystem zum ersten Mal in der Pandemie «ernsthaft kurz vor der Überlastung». Krankenhäuser hätten «die Grenzen ihrer Belastbarkeit» erreicht, beim Pflegepersonal gebe es bereits «erhebliche Engpässe», sagte Hans in einer Regierungserklärung im Landtag in Saarbrücken. Ziel sei eine Sieben-Tagen-Inzidenz von 50 und weniger: «Erst dann haben wir die Pandemie unter Kontrolle.» Und erst dann könnten Einschränkungen wieder gelockert werden.

    Ähnlich hatten sich in den vergangenen Tagen auch schon andere Spitzenpolitiker und Ministerpräsidenten geäussert. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warnte am Dienstag in einer Sitzung der Unionsfraktion, Januar und Februar würden nochmals richtig harte pandemische Monate werden. «Da dürfen wir uns keine Illusionen machen», wurde sie von Teilnehmern zitiert.

    50 Ansteckungen innerhalb einer Woche auf 100 000 Einwohner gilt als Richtwert, ab dem die Gesundheitsämter wieder in der Lage sind, Ansteckungen und Kontakte nachzuverfolgen und entsprechende Infektionsschutzmassnahmen anzuordnen. Von der 50er Marke war Deutschland am Mittwoch zum Beginn des Lockdowns weit entfernt. Im Corona-Hotspot Sachsen lag der Wert laut Robert Koch-Institut bei 407, vor Thüringen mit 255 und Bayern mit rund 210. Auch die Werte im weniger stark betroffenen Norden sind weiter angestiegen: Schleswig-Holstein 86, Mecklenburg-Vorpommern knapp 93.

    Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Montgomery, rechnet damit, dass Einschränkungen noch über Monate notwendig sein werden. «Auch wenn die Impfungen jetzt früher beginnen als erwartet, wird der Effekt nur allmählich zu einer Verbesserung der Lage beitragen. Wir werden mindestens noch bis Ostern mit verschiedenen Lockdown-Massnahmen leben müssen», sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

    In Sachsen, das bereits seit Montag im Lockdown ist, rief Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Mittwoch dazu auf, dass sich alle an die Regeln halten. Man müsse dafür sorgen, dass die jetzt getroffenen Massnahmen in aller Konsequenz eingehalten werden, sagte er im Landtag in Dresden. «Ansonsten haben wir keine Chance auf Lockerungen und wir werden nicht Wochen, sondern Monate in dieser Situation verharren.»

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