Labore stossen bei PCR-Tests an Kapazitätsgrenzen

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    Die Corona-Fallzahlen in Deutschland erreichen neue Rekordhöhen. Das merken auch die Labore. Für PCR-Tests steige die Auslastung.

    PCR-Tests im Labor. Foto: Julian Stratenschulte/dpa
    PCR-Tests im Labor. Foto: Julian Stratenschulte/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Medizinlabore in Deutschland nähern sich nach Angaben eines Branchenverbands in der Corona-Krise zunehmend den Grenzen ihrer Auslastung.

    «Die hohen Infektionszahlen gehen mit vielen Tests einher. Weil derzeit kaum priorisiert wird bei PCR-Tests, stossen die Labore in Deutschland zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen», sagte der Vorsitzende des Verbands Akkreditierte Labore in der Medizin, Michael Müller, der «Rheinischen Post». Das sei für Kranke und Krankenhäuser kritisch.

    «Daher ist es zwingend, dass insbesondere die Arztpraxen und Testzentren dazu angehalten werden, sich an der Nationalen Teststrategie auszurichten», forderte Müller. Bei knappen Kapazitäten müssten PCR-Tests entsprechend den dortigen Empfehlungen erfolgen. «Dass man sich bald aus der Quarantäne freitesten lassen kann, wird unweigerlich zu einem Mehraufwand der Labore führen.» Von Bundesregierung und Länder habe es keine Prognosen gegeben, «auf wie viel mehr Tests wir uns einstellen müssen». «Die Labore werden dem Ansturm nun weitgehend unvorbereitet begegnen müssen.»

    Am Dienstag hatte der Verband die Auslastung der Testkapazität noch auf 64 Prozent beziffert. Zur Diskussion über Kapazitätsengpässe sagte Müller einer Mitteilung zufolge: «Die Belastung in den Laboren ist zwar erheblich, aber ich sehe keinen Grund für zu grosse Sorgen.» Vielmehr komme es bei zunehmendem Testgeschehen und begrenzten Testkapazitäten darauf an, die Teststrategie tatsächlich umzusetzen.

    Breuer: Kapazitäten bündeln

    Der Leiter des Corona-Krisenstabes der Bundesregierung, Generalmajor Carsten Breuer, sagte der «Süddeutschen Zeitung»: «Wir werden mit Sicherheit wie bei allen knappen Ressourcen Kapazitäten bündeln müssen, wo es erforderlich ist. Das gilt auch für Tests.» Sobald es irgendwo eng werde, müsse priorisiert werden. «Da haben Beschäftigte in der kritischen Infrastruktur Vorrang», sagte er. Das Ziel sei aber, das bisherige Testregime so lange wie möglich aufrecht zu erhalten. «Wir brauchen möglichst genaue Daten, um zu sehen, wie sich die Welle bei uns auswirkt», sagte Breuer.

    Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger forderte, Schulen besonders zu berücksichtigen. «Schulen gehören zur kritischen Infrastruktur und falls Testkapazitäten knapp werden, dann dürfen Schülerinnen und Schüler nicht das Nachsehen haben in unserem Land», sagte die FDP-Politikerin am Donnerstag im Bundestag bei der Debatte über die geplante Bildungspolitik der Ampel-Koalition. Deshalb müsse die Schule mindestens den Rang von Kultureinrichtungen bekommen in der kritischen Infrastruktur, fügte sie hinzu. Das Bildungsministerium teilte auf Nachfrage mit, dass es sich in der Koalition dafür einsetze und Gespräche darüber liefen.

    Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen sprach sich für eine Priorisierung von PCR-Tests aus. Sie müssten einerseits für wichtige medizinische Diagnostik von Schwersterkrankten und andererseits für das Personal der kritischen Infrastruktur priorisiert bereitgehalten werden, sagte Dahmen am Donnerstag im RBB-Inforadio. «Das kann bedeuten, dass im Einzelfall, beispielsweise beim Freitesten, es zu Verzögerungen kommt. Das bedeutet nicht nur lange Schlangen vor den Test-Zentren, sondern auch, dass es dauert, bis das Test-Ergebnis vorliegt», räumte Dahmen ein. Die Situation werde sich erst verbessern, wenn man die in die Höhe schnellenden Fall-Zahlen unter Kontrolle bringe.

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