Kritiker fordern von Bundesregierung Kehrtwende in Drogenpolitik

    AFP
    AFP

    Deutschland,

    In der Drogenhilfe aktive Verbände und Experten haben von der Bundesregierung eine Kehrtwende in der Drogenpolitik gefordert.

    Zigarette mit Cannabis
    Zigarette mit Cannabis - AFP/Archiv

    Das Wichtigste in Kürze

    • Alternativer Drogenbericht für staatlich regulierte Abgabe illegaler Substanzen.

    In ihrem am Mittwoch vorgelegten Alternativen Drogen- und Suchtbericht befürworteten die Deutsche Aidshilfe und der Akzept Bundesverband eine staatlich regulierte Abgabe bisher illegaler Substanzen. Dies könne den kriminellen Drogenhandel reduzieren und Konsumenten vor gesundheitlichen Risiken schützen.

    «Die Politik der Strafverfolgung ist nur noch ein schädlicher Kampf gegen Windmühlen», erklärte der Akzept-Vorsitzende Heino Stöver. Betroffene würden marginalisiert statt unterstützt ? oft mit tödlichem Ausgang.

    Zugleich müsse die Politik Angebote wie Drogenkonsumräume, die jährlich hunderte Leben retteten, für alle zugänglich machen. In der Hälfte der Bundesländer gebe es aber nach wie vor keine Drogenkonsumräume, in Gefängnissen seien keine sauberen Spritzen verfügbar.

    Eine «Schadensminimierung» wie beim Drogenkonsum durch Aufklärung ist nach Ansicht der Experten auch bei Alltagsdrogen wie Tabak und Alkohol nötig. Bislang werde dort meist darauf gesetzt, dass Abhängige ganz aufhörten. Die E-Zigarette beispielsweise könne aber vielen Menschen das Leben retten, weil sie weniger schädlich sei als das Verbrennen von Tabak, erklärte Stöver.

    Holger Wicht, Sprecher der Deutschen Aidshilfe, kritisierte, die Drogenpolitik habe «nicht Schritt gehalten mit aktuellen Entwicklungen und wissenschaftlichen Erkenntnissen». Zugleich gelte es, Erleichterungen aus der Coronazeit zu erhalten.

    Um eine Überfüllung von Praxen und Ambulanzen während der Pandemie zu vermeiden, dürfen zum Beispiel auch Drogenhilfeeinrichtungen und Apotheken die Medikamente für die Substitutionstherapie vergeben. Mehr Patienten könnten dadurch ihr Präparat zu Hause statt jeden Tag in der Arztpraxis einnehmen.

    Nicht zuletzt fordert der Alternative Drogen- und Suchtbericht einen drogenpolitischen Fachbeirat. Dort sollten Kompetenzen aus Wissenschaft, Praxis und Selbsthilfe gebündelt werden. Der Bericht wird seit 2014 herausgegeben und versteht sich als kritische Ergänzung des Drogenberichts der Bundesregierung.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Chiesa Schnegg
    521 Interaktionen
    Zwei neue Kandidaten
    Sihlquai
    85 Interaktionen
    Tempo-Zoff

    MEHR IN NEWS

    Einbrüche
    15 Interaktionen
    Neuer Rekordwert
    iris monet
    2 Interaktionen
    Paris
    eminem
    1 Interaktionen
    Detroit

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    Wetten, dass..?
    46 Interaktionen
    Ticketverkauf
    php
    6 Interaktionen
    Gefahr wächst
    Lahav Shani
    9 Interaktionen
    München
    sdf
    7 Interaktionen
    Karlsruhe