Klinik haftet für seelisches Leid von Angehörigen

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    Deutschland,

    Leidet die Gesundheit eines Patienten auf Grund eines Behandlungsfehlers, kann dies bei nahen Angehörigen zu psychischen Problemen führen. Sind sie besonders stark, kann ein Recht auf Schadenersatz bestehen.

    Dem Bundesgerichtshof zufolge sollten nach einem Arztfehler keine anderen Regeln gelten als nach einem Unfall. Foto: Uli Deck
    Dem Bundesgerichtshof zufolge sollten nach einem Arztfehler keine anderen Regeln gelten als nach einem Unfall. Foto: Uli Deck - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Menschen, die wegen des kritischen Gesundheitszustands eines nahen Angehörigen nach einem Behandlungsfehler psychisch erkranken, können Anspruch auf Schadenersatz haben.

    Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe in einem entschieden.

    Es gebe keinen Grund, warum nach einem Arztfehler andere Regeln gelten sollten als nach einem Unfall (Az. VI ZR 299/17). Eine Frau hatte ein Kölner Krankenhaus verklagt, nachdem bei ihrem Ehemann Komplikationen nach einer Darmspiegelung aufgetreten waren. Ihr Mann habe mehrere Wochen in akuter Lebensgefahr geschwebt. Sie habe deshalb Depressionen und Angstzustände bekommen. Zwei Gutachten hatten in dem Fall Behandlungsfehler festgestellt. Der Ehemann hatte deshalb vom Versicherer der Klinik 90.000 Euro erhalten.

    Zuletzt hatte das Oberlandesgericht (OLG) Köln die Klage der Frau abgewiesen. Der Arztfehler habe den Gesundheitszustand des Mannes nur noch verschlechtert. Das mitzuerleben, sei allgemeines Lebensrisiko.

    Das lassen die obersten Zivilrichter des BGH so nicht stehen. Psychische Leiden seien zwar nur dann eine Gesundheitsverletzung, wenn sie «über die gesundheitlichen Beeinträchtigungen hinausgehen, denen Betroffene beim Tod oder einer schweren Verletzung eines nahen Angehörigen in der Regel ausgesetzt sind». In diesem Fall hätten die Beschwerden der Klägerin ein aussergewöhnliches Ausmass gehabt.

    Das OLG muss den Fall nun neu verhandeln und prüfen, ob der Zustand des Ehemanns tatsächlich die Ursache der psychischen Erkrankung war.

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