«Klimaterroristen» zu «Unwort des Jahres» 2022 gekürt

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    Deutschland,

    Das «Unwort des Jahres» 2022 lautet «Klimaterroristen». Das Wort fiel in der Debatte um die diversen Proteste der Klimaaktivisten.

    Zur Kür des «Unworts des Jahres» 2022 gingen unter anderem Vorschläge wie «Spezialoperation», «Sondervermögen» und «Klima-Terroristen» ein.
    Zur Kür des «Unworts des Jahres» 2022 gingen unter anderem Vorschläge wie «Spezialoperation», «Sondervermögen» und «Klima-Terroristen» ein. - Stephan Jansen/dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Das «Unwort des Jahres» 2022 lautet «Klimaterroristen».
    • Es wurde oft in der Debatte um die Proteste von Klimaaktivsten gebraucht.
    • Die Jury kritisierte jetzt die Verwendung dieses Begriffs.

    «Klimaterroristen» ist zum «Unwort des Jahres» 2022 gewählt worden. Der Ausdruck fiel im zurückliegenden Jahr in der Debatte um die Proteste von Klimaaktivisten. Die Verwendung des Begriffs rügt nun eine Jury.

    Das gab die sprachkritische «Unwort»-Aktion am Dienstag in Marburg bekannt. Der Ausdruck sei im öffentlichen Diskurs benutzt worden, um Aktivisten und deren Proteste für mehr Klimaschutz zu diskreditieren, begründete die Jury ihre Wahl.

    Sie kritisierte die Verwendung des Begriffs, weil Aktivistinnen und Aktivisten mit Terroristen «gleichgesetzt und dadurch kriminalisiert und diffamiert werden». Gewaltlose Protestformen zivilen Ungehorsams und demokratischen Widerstands würden so in den Kontext von Gewalt und Staatsfeindlichkeit gestellt, rügte die Jury.

    Die seit 1991 stattfindende «Unwort»-Wahl soll auf einen unangemessenen Sprachgebrauch aufmerksam machen und so für einen bedachten Umgang mit Begriffen sensibilisieren.

    Auch «Sozialtourismus» unter den Top drei

    Auf Platz zwei setzte die mehrheitlich aus Sprachwissenschaftlern bestehende Jury den Ausdruck «Sozialtourismus», der 2013 zum «Unwort» gekürt worden war. CDU-Chef Friedrich Merz hatte das Wort im vergangenen September im Zusammenhang mit Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine verwendet und sich später dafür entschuldigt.

    Die Jury sah in dem Wortgebrauch «eine Diskriminierung derjenigen Menschen, die vor dem Krieg auf der Flucht sind und in Deutschland Schutz suchen». Zudem verschleiere das Wort ihr prinzipielles Recht darauf.

    Auf Platz drei kam die Formulierung «defensive Architektur», die als irreführend und beschönigend kritisiert wurde. Der Ausdruck bezeichnet eine Bauweise, die verhindert, dass sich etwa Wohnungslose länger an öffentlichen Orten niederlassen können.

    aktivist
    Klimaaktivisten in Berliner Museum. (Archiv) - HANDOUT/AFP

    Das «Unwort des Jahres» wurde nach verschiedenen Kriterien aus Vorschlägen ausgewählt, die Interessierte bis zum 31. Dezember 2022 eingereicht hatten. Insgesamt gab es 1476 Einsendungen mit 497 verschiedenen Begriffen, von denen knapp 55 den Kriterien der Jury entsprachen.

    In Frage kommen Worte, die gegen die Prinzipien der Menschenwürde oder Demokratie verstossen, die gesellschaftliche Gruppen diskriminieren oder die euphemistisch, verschleiernd oder irreführend sind. Bei der «Unwort»-Kür kommt es nicht darauf an, wie oft ein Begriff vorgeschlagen wurde. 2021 war die Wahl auf «Pushback» gefallen.

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