Innenministerium: Hohe Gefahr durch russische Cyberangriffe

    DPA
    DPA

    Deutschland,

    Dass die Gefahr russischer Cyberangriffe in Deutschland hoch ist, war bekannt. Dass sie mit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine gestiegen ist, auch. Die Grünen sehen Lücken in der Spionageabwehr.

    Das Innenministerium stuft die Gefahrenlage durch russische Cyberangriffe in Deutschland weiter als hoch ein.
    Das Innenministerium stuft die Gefahrenlage durch russische Cyberangriffe in Deutschland weiter als hoch ein. - Nicolas Armer/dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Das Bundesinnenministerium will Berichte über mutmassliche Vorbereitungen für grossangelegte Cyberangriffe mit Hilfe privater Softwarefirmen durch Russland nicht kommentieren. Eine Sprecherin des Ministeriums sagte am Freitag in Berlin, dazu könne sie sich nicht äussern.

    Allgemein sagte sie lediglich: «Die Sicherheitsbehörden schätzen die Gefährdungslage als hoch ein», die Behörden arbeiteten eng zusammen, um entsprechende Gefahren zu analysieren und sich darauf einzustellen. «Dass Angriffe stattfinden, haben wir auch in der Vergangenheit schon bestätigt, aber ohne jede Bezugnahme auf die aktuelle Berichterstattung», fügte die Sprecherin hinzu.

    Russland hat laut Recherchen mehrerer Medien grossangelegte Cyberangriffe mit Hilfe privater Softwarefirmen vorbereitet. Aus vertraulichen Dokumenten soll hervorgehen, dass die Moskauer IT-Firma NTC Vulkan Werkzeuge entwickelte, mit denen staatliche Hacker Cyberangriffe planen, Internetverkehr filtern sowie massenhaft Propaganda und Desinformation verbreiten könnten, wie die Recherche-Gruppe, darunter die «Süddeutsche Zeitung», «Der Spiegel» und das ZDF, berichtete. Zu bereits erfolgten Angriffen durch die Moskauer Firma haben deutsche Sicherheitsbehörden jedoch dem Vernehmen nach noch keine Erkenntnisse.

    Deutschland im Fokus

    «Die Enthüllungen der «Vulkan Files» zeigen erneut, dass Deutschland im Fokus russischer Geheimdienste steht», sagte der Grünen-Vorsitzende Omid Nouripour der Deutschen Presse-Agentur. Seit langem sei klar, dass die Energieversorgung, die Telekommunikation sowie andere Teile der kritischen Infrastruktur im Fokus von Angreifern stünden und nicht ausreichend geschützt seien. «Bisher wurde hier vom Innenministerium zu wenig geliefert», kritisierte der Co-Parteivorsitzende. Massive Investitionen in die IT-Sicherheit und den Schutz der kritischen Infrastruktur sowie eine bessere Aufstellung der Polizei und der Nachrichtendienste für die Spionageabwehr seien dringend notwendig.

    Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) sagte dem «Spiegel», das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) solle künftig als Zentralstelle mehr Kompetenzen beim Schutz vor Cyberangriffen erhalten. Zudem müsse das Bundeskriminalamt (BKA) «eine Behörde sein, die frühzeitig Cyberangriffe erkennt und auch stoppen kann». Beim BKA gebe es eine grosse Expertise, die sich auch schon «durch weltweit hervorragend vernetzte Ermittlungen gegen Darknet-Plattformen» gezeigt habe. Für eine entsprechende Änderung sei eine Grundgesetzänderung notwendig, räumte sie ein.

    Kommentare

    Weiterlesen

    f
    61 Interaktionen
    2000.-
    Schnee
    114 Interaktionen
    Erster Schnee

    MEHR IN NEWS

    Man muss die Eltern kritisieren, nicht die Kinder!
    371 Interaktionen
    Schweigepfad-Lärm
    Tessiner Polizei
    Biasca TI
    Cédric Wermuth
    3 Interaktionen
    Bern
    Franz von Assisi
    1 Interaktionen
    800 Jahre nach Tod

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    ki
    KI aus Deutschland
    Polizei
    3 Interaktionen
    Ulm
    Stefanie Hertel
    8 Interaktionen
    Mit Wolfgang Trepper
    5 Interaktionen
    Bülach