Ein junger Mann steht vor Gericht, ihm wird vorgeworfen Impfausweise gefälscht zu haben. Wie ist er vorgegangen und was war sein Motiv?
Echt oder eine Fälschung? Ein Impfpass wird unter die Lupe genommen.
Echt oder eine Fälschung? Ein Impfpass wird unter die Lupe genommen. - Stefan Puchner/dpa

Er soll Impfausweise im grossen Stil gefälscht haben: Ein 28-Jähriger hat vor dem Berliner Landgericht eine Reihe von Straftaten gestanden. Er habe 100 Fälschungen hergestellt und zum Teil verkauft, erklärte der 28-Jährige am Freitag zu Prozessbeginn.

Laut Anklage hatte er sich Blankoimpfausweise verschafft und über einen gesondert verfolgten Mittäter Aufkleber für Corona-Impfstoffe aus einem Brandenburger Gesundheitsamt bezogen. Mit Hilfe eines falschen Arztstempels habe der Angeklagte schliesslich gefälschte Nachweise für 80 Euro pro Stück verkauft. 

Der Mann soll laut Ermittlungen bis zum 27. April 2021 insgesamt 44 Fälschungen an Dritte veräussert haben - «wodurch eine gravierende Störung des allgemeinen Vertrauens in die Beweiskraft von derartigen Impfausweisen einzutreten drohte», so die Anklage. Das habe der 28-Jährige zumindest billigend in Kauf genommen. 

Der Angeklagte erklärte, ihn sei es «nur darum gegangen, Geld zu verdienen». Blankoimpfausweise habe er sich über das Internet beschafft. Zu dem Mittäter, über den er die Impfaufkleber «Covid 19 Vaccine AstraZeneca» bezogen habe, wolle er sich nicht äussern. Es soll sich um einen damaligen Bundeswehrsoldaten handeln, hiess es im Prozess. 

Im Fall der gefälschten Impfausweise lautet die Anklage auf Urkundenfälschung. Zudem wird dem nicht vorbestraften Mann vorgeworfen, mit Kokain, Amphetamin und Dopingmitteln gehandelt zu haben. Ausserdem soll er sich Falschgeld mit einem fiktiven Wert von rund 25.000 Euro verschafft haben.

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