Habeck: Deutschland könnte Klimaziele bis 2023 verfehlen

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    Die neue Bundesregierung hat sich beim Klimaschutz Grosses vorgenommen. Für die kommenden beiden Jahre werden die Klimaziele aber wohl verfehlt.

    Windräder stehen in einem Wald in Bayern. (Symbolbild). Foto: Daniel Karmann/dpa
    Windräder stehen in einem Wald in Bayern. (Symbolbild). Foto: Daniel Karmann/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Bundesklimaschutzminister Robert Habeck geht davon aus, dass Deutschland in den kommenden zwei Jahren seine Klimaschutzziele verfehlen könnte.

    «Wir werden unsere Ziele vermutlich auch für 2022 noch verfehlen, sogar für 2023 wird es schwer genug», sagte der Grünen-Politiker der Wochenzeitung «Die Zeit». Mit Blick auf die Reduktion von klimaschädlichen Treibhausgasen erklärte er: «Wir fangen mit einem drastischen Rückstand an.»

    Der Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP biete aber «viele Möglichkeiten», um künftig nachzubessern, sollten die einzelnen Sektoren wie Verkehr, Landwirtschaft oder auch Energie ihre CO2-Minderungsziele verfehlen, erklärte Habeck. Alle Ministerien hätten den «gemeinsamen Willen», die Erderhitzung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen und damit die Auswirkungen des Klimawandels abzumildern.

    Bis zu 1500 neue Windräder pro Jahr nötig

    In Deutschland führe kein Weg am massiven Ausbau erneuerbarer Energien vorbei, bekräftigte Habeck. Das bedeute auch, dass es «quasi überall da, wo der Wind weht», Windkraftanlagen werde geben müssen. Im Durchschnitt müssten es 1000 bis 1500 neue Windräder im Jahr sein, sagte Habeck - auch abhängig davon, wie viele alte Anlagen durch neue ersetzt werden könnten. In den vergangenen Jahren seien es «kaum mehr als 450» gewesen.

    Zum Ziel der neuen Bundesregierung, bis Ende des Jahrzehnts 80 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien zu beziehen, sagte Habeck: «Wir haben 30 Jahre gebraucht, um auf einen 42-prozentigen Anteil zu kommen. Jetzt haben wir gut acht Jahre Zeit, um das Doppelte hinzubekommen.»

    Im Zuge dieses Strukturwandels werde es «auch Enttäuschung und vielleicht Zorn geben, da mache ich mir keine Illusionen», sagte Habeck mit Blick auf Arbeitsplätze, die etwa in den Kohleregionen wegfallen könnten. Das könne für die Betroffenen «eine bittere Nachricht» werden, sagte Habeck. Er versicherte aber: «Es werden neue Arbeitsplätze entstehen, uns geht die Arbeit nicht aus, ganz im Gegenteil.» Die Gesellschaft werde insgesamt profitieren, wenn der Wandel gelinge.

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