Französischer Historiker Marc Ferro ist tot

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Frankreich,

Von der Russischen Revolution bis zur Welt des Kinos - für Marc Ferro schien es keine Grenzen zu geben. Jetzt ist der bedeutende Historiker mit 96 Jahren gestorben.

Marc Ferro ist tot: Als einen der «grössten französischsprachigen Historiker seiner Generation» würdigt ihn die Zeitung «Le Monde». Foto: Francois Guillot/AFP/dpa
Marc Ferro ist tot: Als einen der «grössten französischsprachigen Historiker seiner Generation» würdigt ihn die Zeitung «Le Monde». Foto: Francois Guillot/AFP/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Der international bekannte französische Historiker und Moderator Marc Ferro ist tot.

Ferro starb mit 96 Jahren in der Nacht zu Donnerstag, bestätigte die Elite-Hochschule École des Hautes Études en Sciences Sociales (Ehess) der Deutschen Presse-Agentur in Paris entsprechende Berichte. Ferro galt als führender Spezialist für die UdSSR, Russland, Kino und Kriege des 20. Jahrhunderts.

Ferro moderierte auf Arte jahrelang die Sendung «Die Woche vor 50 Jahren» (frz. Histoire parallèle). Darin analysierte er mit Gästen wie Zeitzeugen spezielle Themen, über die vor 50 Jahren berichtet wurde. Ferro war Forschungsdirektor an der Ehess und arbeitete in leitender Funktion für die bekannte Fachzeitschrift «Annales», die 1929 von dem bedeutenden französischen Historiker Marc Bloch mitbegründet wurde.

«Sein Werk ist immens und zeugt von einer Neugierde, die keine Grenzen kannte. Er war einer derjenigen, die die Schule in der ganzen Welt zum Leuchten gebracht haben», würdigte Ehess-Präsident Christophe Prochasson den Historiker. Ferro sei ein Spezialist für die sowjetische Welt gewesen und für viele ein anerkannter Pionier, der die Beziehung zwischen Geschichte und Film zu einem seiner originellsten Projekte gemacht habe.

Ferro wurde 1924 in Paris geboren, schloss sich während des Zweiten Weltkriegs der Résistance an und studierte Geschichte. Seine jüdische Mutter starb in Auschwitz. In seinen Arbeiten beschäftigte Ferro sich mit der Russischen Revolution, analysierte die beiden Weltkriege und die Verbindung zwischen Geschichte und Film.

Die Zeitung «Le Monde» nannte ihn einen der «grössten französischsprachigen Historiker seiner Generation». Die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete unter Berufung auf Ferros Familie, dass dieser vor seinem Tod an Covid-19 erkrankt gewesen sei.

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