FPÖ droht kritischen ORF Journalisten mit Entlassung

    DPA
    DPA

    Österreich,

    Die seit Monaten schwelende Auseinandersetzung zwischen der rechten FPÖ und dem Österreichischen Rundfunk hat eine neue Eskalationsstufe erreicht: Die FPÖ droht «nicht korrekten» Journalisten nun mit Entlassung.

    freiheitliche partei österreich
    FPÖ-Politiker Norbert Steger (l), Mitglied im ORF-Stiftungsrat, und ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz unterhalten sich bei einer Sitzung. - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der FPÖ-Politiker Norbert Steger mahnt die Auslandskorrespondenten des ORF.
    • Er droht ihnen mit Entlassungen, sollten sie sich «nicht korrekt verhalten».

    Die rechte FPÖ hat ihre Attacken auf den Österreichischen Rundfunk (ORF) verschärft und Einschnitte bei den Auslandsbüros angedroht. Der FPÖ-Politiker Norbert Steger, der Mitglied im ORF-Stiftungsrat ist, sagte den «Salzburger Nachrichten», es würden von den Auslandskorrespondenten ein Drittel gestrichen, «wenn diese sich nicht korrekt verhalten».

    Als Beispiel nannte er den ORF-Korrespondenten in Ungarn. Seine Berichterstattung zur Ungarn-Wahl sei zu «einseitig» abgelaufen. Steger drohte den ORF-Journalisten auch in Sachen soziale Medien: Wer gegen die geplante neue Social-Media-Richtlinie verstosse, «wird zunächst verwarnt – und dann entlassen». Die Richtlinie soll regeln, was Journalisten des ORF zum Beispiel auf Facebook und Twitter posten dürfen.

    Seit einer rund 17 Jahre zurückliegenden Reform wird die Zusammensetzung das obersten ORF-Aufsichtsgremiums zum grössten Teil von der Regierung bestimmt. Steger ist zudem als neuer Stiftungsratsvorsitzender im Gespräch.

    Reaktionen von ORF-Generaldirektor und Journalisten

    ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz reagierte prompt via Twitter auf die Aussagen: «16 Korrespondentenbüros des ORF sind unverzichtbare vom Publikum höchst geschätzte Säule der internationalen Berichterstattung in TV, Radio und Online». Kritik kam – ebenfalls via Social Media – auch von ORF-Journalisten: «Dieser direkte Angriff auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk von einem Aufsichtsorgan ist ein neuerlicher Tiefpunkt der Medienpolitik», kritisierte Redakteursratsvorsitzender Dieter Bornemann.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Rauchverbot

    MEHR IN NEWS

    Klimaregeln
    2 Interaktionen
    Brüssel
    Nürnberg
    2 Interaktionen
    Nürnberg

    MEHR AUS ÖSTERREICH

    Rene Benko
    5 Interaktionen
    Statt Knast
    feller
    28 Interaktionen
    Schneemangel
    Rene Benko
    6 Interaktionen
    Innsbruck
    4 Interaktionen
    Wien