Forscher wollen mit Sterilisation von Mücken Infektionskrankheiten bekämpfen

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    Genève,

    Durch das Sterilisieren von Mücken möchten Forscher Infektionskrankheiten bekämpfen. Mit der Methode kann man Mückenpopulationen um 90 Prozent reduzieren.

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    Die asiatische Tigermücke. - AFP/Archiv

    Das Wichtigste in Kürze

    • Mit Sterilisation von männlichen Mücken möchten Forscher Infektionskrankheiten bekämpfen.
    • Ein UN-Team entwickelte ein Pilotprojekt das in den nächsten Jahren starten soll.

    Die Vereinten Nationen wollen die Sterilisation von männlichen Moskitos als Methode zur Eindämmung von oftmals tödlich verlaufenden Infektionskrankheiten wie Zika oder Dengue testen. Teilnehmende Länder eines Pilotprogramms sollen 2020 bekanntgegeben werden.

    Die Ergebnisse könnten «wirklich bedeutsam sein», sagte die Wissenschaftlerin Florence Fouque am Donnerstag in Genf. Im Rahmen eines UN-Pilotprogramms wollen Forscher insbesondere herausfinden, ob eine Reduzierung der weltweiten Moskitopopulationen durch die Anwendung einer speziellen Sterilisationstechnik zu einer Reduzierung von Infektionsfällen beitragen kann.

    WHO und UN starten Pilotprogramm

    Gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation WHO, der Internationalen Atomenergiebehörde sowie der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen hat ein Team von UN-Experten für Tropenkrankheiten ein Pilotprogramm entwickelt, das in den kommenden Jahren in mehreren Ländern getestet werden soll. Laut Foque werden die an der Studie teilnehmenden Länder Anfang 2020 bekanntgegeben.

    mücken moskitos
    Die Sterile Insect Technique wird seit über fünfzig Jahren in der Landwirtschaft eingesetzt. (Symbolbild) - Keystone

    Die Kontrolle von Insektenpopulationen mit Hilfe der sogenannten «Sterile Insect Technique» (SIT) ist eine seit mehr als fünfzig Jahren in der Landwirtschaft angewandte Methode zur Schädlingsbekämpfung. In Laboren aufgezogene Insekten werden dabei durch Bestrahlung sterilisiert. Sterilisierte männliche Moskitos können sich demnach noch paaren, aber nicht fortpflanzen.

    Sterilisierung reduziert Moskitopopulationen um 90 Prozent

    Bisherige Tests zeigten laut den Wissenschaftlern bereits, dass die Technik die Moskitopopulationen um mehr als 90 Prozent reduzieren kann – es sei aber bislang unklar, ob dies zu einer reduzierten Zahl an Infektionen führen könnte.

    Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO zählt die Stechmücke Aedes aegypti angesichts der durch sie verursachten Todesfälle zu den gefährlichsten Tieren der Welt. Sie ist demnach Überträger verschiedener Viren, die gefährliche Infektionskrankheiten auslösen können, darunter Gelbfieber, Zika, Dengue oder das Chikungunya-Fieber.

    Anopheles stephensi malaria
    Anopheles stephensi breiten sich derzeit in Städten Afrikas aus. (Symbolbild) - dpa

    Laut WHO sterben jährlich hunderttausende Menschen durch die von Moskitos übertragenen Infektionen. 2017 starben demnach allein rund 435.000 Menschen an Malaria. Zudem sei die Hälfte der Weltbevölkerung der ständigen Gefahr einer Infizierung mit dem Dengue-Fieber ausgesetzt. Rund drei Millionen Denguefälle werden nach WHO-Angaben jährlich gemeldet – dies entspreche aber nur etwa 20 Prozent der tatsächlichen Infektionsfälle.

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