"Wirtschaftsweisen" halten tiefe Rezession für unvermeidbar

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    Deutschland,

    Die weitgehende Stilllegung des öffentlichen Lebens und die Schliessung von Geschäften sei für die Wirtschaft verheerend, aber nicht zu umgehen, sagen die «Wirtschaftsweisen».

    Lars Feld, Chef der «Wirtschaftsweisen», spricht während einer Pressekonferenz. Foto: picture alliance / Arne Dedert/dpa
    Lars Feld, Chef der «Wirtschaftsweisen», spricht während einer Pressekonferenz. Foto: picture alliance / Arne Dedert/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die «Wirtschaftsweisen» halten eine schwere Rezession in Deutschland durch die massiven Folgen der Coronavirus-Krise für unvermeidbar.

    Gleichzeitig sind die massiven Einschränkungen des öffentlichen Lebens und der Wirtschaft in der Coronakrise aus Sicht der «Wirtschaftsweisen» unausweichlich.

    Man dürfe jetzt nicht Wirtschaft und Gesundheit gegeneinander aufrechnen, sagte der Vorsitzende des Expertengremiums, Lars Feld. «Die Einsicht des Einzelnen ist sehr wichtig in dieser Situation.»

    Die deutsche Wirtschaft werde 2020 deutlich schrumpfen, heisst es in einem Sondergutachten des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

    Wie schlimm es genau kommt, sei derzeit wegen grosser Unsicherheiten unklar. «Entscheidend für die wirtschaftliche Entwicklung dürfte sein, ob es gelingt, die Ausbreitung des Corona-Virus effektiv zu bekämpfen, sodass die verschiedenen Einschränkungen sozialer und wirtschaftlicher Aktivitäten schnell aufgehoben werden können», schreiben die Ökonomen in ihrem Gutachten.

    Der Sachverständigenrat als Beratergremium der Bundesregierung legt drei denkbare Szenarien zugrunde. «In allen drei Szenarien beendet die Ausbreitung des Corona-Virus die sich abzeichnende konjunkturelle Erholung abrupt, sodass eine Rezession im ersten Halbjahr 2020 in Deutschland nicht zu vermeiden sein wird.»

    Als derzeit wahrscheinlichste Entwicklung sehen die Ökonomen eine Normalisierung der wirtschaftlichen Lage über den Sommer, so dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) unter dem Strich in diesem Jahr um 2,8 Prozent schrumpft. Zum Vergleich: 2009 war die grösste europäische Volkswirtschaft infolge der globalen Finanzkrise um 5,7 Prozent eingebrochen.

    In den beiden ungünstigeren Szenarien wäre aus Sicht der Wirtschaftsweisen ein tieferer Einbruch 2020 denkbar, dem unter Umständen eine nur sehr schleppende Erholung 2021 folgt. Dieses Szenario in Form eines «langen U» könnte eintreten, wenn die gesundheitspolitischen Massnahmen über den Sommer hinaus andauern und die wirtschaftliche Erholung sich erst im Jahr 2021 einstellt. «Die getroffenen Politikmassnahmen reichen dann womöglich nicht aus, tiefgreifende Beeinträchtigungen der Wirtschaftsstruktur zu verhindern.» Das BIP würde in einem solchen Szenario um 4,5 Prozent schrumpfen. Im Jahr 2021 würde die Wirtschaftsleistung den Berechnungen zufolge mit 1,0 Prozent nur sehr langsam wachsen.

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