Kläranlagen beschädigt: Abwasser fliesst ungeklärt in die Ahr

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    Deutschland,

    Das Hochwasser hat im Ahrtal enorme Schäden hinterlassen. Nicht nur zerstörte Häuser und Strassen sind ein Problem. Auch andere Infrastruktur wurde beschädigt wie etwa die Kläranlagen.

    Ein bei der Hochwasserkatastrophe zerstörtes Haus am Ufer der Ahr. Foto: Boris Roessler/dpa
    Ein bei der Hochwasserkatastrophe zerstörtes Haus am Ufer der Ahr. Foto: Boris Roessler/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Seit der Hochwasserkatastrophe fliesst anfallendes Abwasser ungereinigt und ungeklärt in die Ahr.

    Denn alle Kläranlagen im Ahrtal seien von den Überschwemmungen betroffen und beschädigt worden, teilte ein Sprecher der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord in Koblenz mit.

    Fachleute klärten derzeit mit den Abwasserwerken, ob und wie Anlagen wieder in Betrieb genommen werden könnten. Man strebe zunächst an, zumindest eine mechanische Grundreinigung zu erreichen.

    «Der Fokus vor Ort liegt im Moment auf dem Seuchenschutz», sagte der Sprecher. So müsse zum Beispiel gewährleistet werden, dass «eine Vorflut» bis in die Ahr besteht. Konkret heisst das, dass die Abwässer inklusive Fäkalien aus den Ortschaften geleitet werden müssen. Solange die Abwassersysteme nicht wieder wenigstens provisorisch repariert seien, werde Abwasser weiter ungeklärt in die Ahr fliessen.

    Noch lasse sich nicht sagen, wie belastet die Ahr momentan sei, sagte er weiter. Mit der Hochwasserwelle seien auch Schadstoffe in die Ahr gelangt. Daher raten Landesbehörden von Kontakt mit Ahr-Wasser ab, sofern dies aus Gründen der Aufräumarbeiten nicht zwingend erforderlich sei. Vorsichts- und Schutzmassnahmen wie das Tragen von Handschuhen und wasserdichte Kleidung sollten eingehalten werden.

    «Dass Kraftstoff, Chemikalien, Darm- und Colibakterien sowie Giftstoffe in die Ahr geflossen sind, ist natürlich sehr wahrscheinlich», teilte der Sprecher der Koblenzer Behörde weiter mit. Ein Messprogramm zur Überwachung der Ahr werde vermutlich nächste Woche zumindest an den bereits zugänglichen Messstellen starten.

    Weiter routinemässig überwacht werde die Wasserqualität des Rheins, in den die Ahr fliesst. «Unseres Wissens sind aber bislang keine nennenswerten Auffälligkeiten gemeldet worden.» Für die Rhein-Messstation Bad Honnef zum Beispiel sei gemeldet worden, dass bisher keine Auffälligkeiten, die auf den Ausfall der Kläranlage Sinzig oder auf grössere Einträge von wassergefährdenden Stoffen zurückzuführen sein könnten, aufgetreten seien.

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