EU

    EU-Staaten fordern sofortige Feuerpause im Gaza-Krieg

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Belgien,

    Die EU fordert eine sofortige Feuerpause in Gaza. Diese soll zu einem Waffenstillstand und der Freilassung der Geiseln führen.

    Israel
    Ein israelischer Panzer steht an der Grenze zum Gazastreifen. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die EU-Staaten fordern eine sofortige Feuerpause von Israel im Gazastreifen.
    • Daraus soll sich ein nachhaltiger Waffenstillstand und die Geiselfreilassung resultieren.
    • Damit verschärft auch die EU den Ton gegenüber Israel.

    Die EU-Staaten verschärfen ihren Ton gegenüber Israel und fordern angesichts der dramatischen Notlage der Zivilbevölkerung im Gazastreifen eine sofortige Feuerpause. Das teilte EU-Ratspräsident Charles Michel am Donnerstagabend nach Gesprächen der Staats- und Regierungschefs beim EU-Gipfel in Brüssel mit.

    Diese solle zu einem nachhaltigen Waffenstillstand, zur bedingungslosen Freilassung aller im Gazastreifen festgehaltener Geiseln und zur Bereitstellung humanitärer Hilfe führen, heisst es in einer von den Staats- und Regierungschefs verabschiedeten Erklärung.

    EU
    EU-Ratspräsident Charles Michel. - keystone

    Israel wird zudem aufgefordert, in Rafah im äussersten Süden des Gazastreifens keine Bodenoffensive zu beginnen, die die bereits katastrophale humanitäre Lage verschlimmern und die dringend benötigte Grundversorgung mit humanitärer Hilfe verhindern würde. In der Stadt leben derzeit rund 1,5 Millionen Zivilisten. Die meisten von ihnen sind Flüchtlinge aus anderen Teilen des Gazastreifens.

    Als Hintergrund der Forderung wird auch die Entscheidung des Internationalen Gerichtshofes vom 26. Januar genannt. Durch sie wurde Israel völkerrechtlich verbindlich aufgetragen, alles zu tun, um einen Völkermord im Gazastreifen zu verhindern. Alle Konfliktparteien müssten sich an internationales Recht inklusive des humanitären Völkerrechts halten.

    Die lange Suche der EU nach einer gemeinsamen Linie

    Der Einigung auf die Erklärung waren wochenlange Diskussionen zwischen den Mitgliedstaaten vorausgegangen. Ursprünglich sollten bereits bei Gipfeltreffen im Dezember und Anfang Februar Erklärungen zum Nahost-Konflikt veröffentlicht werden. Doch hatten sich die Staaten nicht auf eine Linie einigen können. Vor allem Länder wie Österreich, Tschechien und Ungarn halten es eigentlich für unangebracht, Israel nach dem Massaker der islamistischen Hamas in Israel vom 7. Oktober zu grosser Zurückhaltung aufzufordern.

    Auf der anderen Seite stehen Länder wie Spanien, die das Vorgehen Israels im Gazastreifen für völkerrechtswidrig halten und sich eine stärkere Reaktion der EU wünschen. Deutschland, das anfangs noch im Lager der grössten Israel-Unterstützer war, nimmt mittlerweile eine Mittelposition ein.

    Auslöser des israelischen Einsatzes im Gazastreifen ist ein Massaker, das Terroristen der Hamas und anderer extremistischer Gruppen am 7. Oktober in Israel verübt hatten. Auf israelischer Seite wurden dabei mehr als 1200 Menschen getötet. Israel reagierte mit massiven Luftangriffen und ab Ende Oktober auch mit einer Bodenoffensive. Als Folge des Militäreinsatzes starben im Gazastreifen nach Angaben der zur Hamas gehörenden Gesundheitsbehörde deutlich mehr als 30'000 Menschen. Mehr als 74'000 weitere wurden demnach verletzt.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    2 Interaktionen
    Hilfslieferung
    israel krieg
    8 Interaktionen
    Für Gaza
    Israel
    2 Interaktionen
    Mossad zweifelt

    MEHR IN NEWS

    Klimaregeln
    2 Interaktionen
    Brüssel
    Nürnberg
    2 Interaktionen
    Nürnberg

    MEHR EU

    Impfstoff
    1 Interaktionen
    Brüssel
    ukraine Selenskyj
    13 Interaktionen
    Beitritt
    9 Interaktionen
    Luxemburg
    Pass Ukraine EU
    45 Interaktionen
    Umfrage

    MEHR AUS BELGIEN

    Nato Mark Rutte
    16 Interaktionen
    Mons/Brüssel
    2 Interaktionen
    Brüssel
    Home24 XXXLutz
    16 Interaktionen
    Brüssel
    EU-Flagge
    11 Interaktionen
    Brüssel/Luxemburg