EU

    EU-Länder wollen Bio-Landwirtschaft ausbauen

    DPA
    DPA

    Deutschland,

    Mehr Bio-Landwirtschaft und Tierwohl wollen die EU-Länder durchsetzen. Für Millionen Tiere könnte das weniger Leid bedeuten. Doch vor beim ökologischen Anbau haben einige Länder grossen Aufholbedarf.

    Landwirt Andreas Paries führt nun einen Öko-Betrieb. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB
    Landwirt Andreas Paries führt nun einen Öko-Betrieb. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Grüner und tierfreundlicher soll die Agrarwirtschaft der Zukunft werden: Die EU-Länder wollen einen deutlichen Ausbau der Bio-Landwirtschaft vorantreiben.

    Die zuständigen Ministerien der EU-Länder einigten sich am Montag auf Schlussfolgerungen, die unter anderem vorsehen, dass bis 2030 ein Viertel der Agrarfläche in der EU für Bio-Landwirtschaft genutzt werden soll.

    Einen entsprechenden Aktionsplan mit diesem Ziel hatte die EU-Kommission bereits im Frühjahr vorgeschlagen, die EU-Länder haben diesen nun offiziell begrüsst. Am Abend wollten sich die Staaten zudem über gleich drei Initiativen für mehr Tierwohl austauschen. Dabei ging es um Käfighaltung, Putenmast und das sogenannte Kükenschreddern.

    Für die Bundesrepublik bedeuten die Beschlüsse zur Bio-Landwirtschaft, dass die nationalen Ziele noch einmal nachgebessert werden müssten. Erklärtes Ziel der Bundesregierung ist, dass bis 2030 20 Prozent der Agrar-Fläche nach Bio-Standards bewirtschaftet wird. Ganz so deutlich wurde dies am Montag jedoch nicht gesagt, es hiess nur, dass sich «zusätzliche Impulse» für den nationalen Aktionsplan ergäben. Dabei wurde auch angesprochen, wie der Ausbau gelingen könnte.

    Sie sehe etwa grosses Potenzial in Bereichen wie Kitas, Schulen Krankenhäuser, sagte Staatssekretärin Beate Kasch, die Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) bei dem Ministertreffen vertrat. Dort könnten mehr Bio-Produkte verwendet werden.

    Aktuellen Zahlen des Bundeslandwirtschaftsministeriums zufolge lag der Anteil der Bio-Landwirtschaft - gemessen an der Fläche - im vergangenen Jahr bei 10,3 Prozent, Ende 2019 bei 9,7. Derzeit bestehen in den EU-Ländern grosse Unterschiede, was den Anteil der Bio-Landwirtschaftsfläche betrifft.

    Österreich übererfüllt nach Angaben von Ministerin Elisabeth Köstinger bereits das vorgegebene Ziel mit einem Anteil von 26 Prozent. Schlusslichter sind Daten der Statistikbehörde Eurostat von 2019 zufolge Malta (0,5 Prozent) gefolgt von Irland (1,6) und Bulgarien (2,3). Deutschland lag damals mit 7,7 Prozent im unteren Mittelfeld.

    EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski zeigte sich angesichts der Teilnahme von US-Agrarminister Tom Vilsack zudem erfreut darüber, dass die USA nun mit Blick auf die Bio-Landwirtschaft ähnliche Ansätze wie Europa verfolgten.

    Am Abend sollte zudem über eine gemeinsame Initiative von Frankreich und Deutschland gesprochen werden, die ein EU-weites Verbot des Tötens männlicher Küken vorsieht. Beide Länder fordern die EU-Kommission dazu auf, dieses einzuleiten.

    Durch das sogenannte Kükenschreddern werden jährlich mehr als 40 Millionen männliche Küken getötet, nachdem sie geschlüpft sind. Grund: Die als Legehennen gezüchteten Rassen setzen kaum Fleisch an und sind für die Mast ungeeignet. Für deutsche Betriebe dürfte sich durch die Initiative wenig ändern: Das millionenfache Töten männlicher Küken wird in Deutschland ab Anfang kommenden Jahres verboten.

    Zudem unterstützt die Bundesrepublik einen Vorstoss der Kommission, 2023 einen Vorschlag zum Verbot von Käfighaltung vorzulegen. Die Vorschriften könnten dann bis 2027 in Kraft treten. Die Kommission war nach einer erfolgreichen Bürgerinitiative tätig geworden. Dieser zufolge leben in Deutschland noch mehr als 8,2 Millionen Tiere in Käfigen, was einem Anteil von 14 Prozent der Nutztiere entspreche. Und auch in der Putenmast soll es Verbesserungen geben. Bislang fehle es in diesem Bereich an spezifischen Mindestanforderungen.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    dsf
    55 Interaktionen
    Prämien-Treiber
    Pest
    30 Interaktionen
    Pest in Russland?

    MEHR IN NEWS

    guterres
    UN-Generalsekretär
    syrien
    In Saudi-Arabien
    Barcelona
    In Barcelona
    Vergewaltigung?

    MEHR EU

    4 Interaktionen
    Peking
    21 Interaktionen
    Bern
    Ursula von der Leyen
    56 Interaktionen
    Brüssel
    Patric Franzen EU
    10 Interaktionen
    Bern

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    mitarbeiter
    39 Interaktionen
    Gen Z
    Vanessa Behrendt AfD
    81 Interaktionen
    Wut in Deutschland
    Frankfurt/Main
    ki
    KI aus Deutschland