Erneut Erinnerungsbäume für KZ-Opfer nahe Weimar beschädigt

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    Binnen weniger Tage sind ein Dutzend Bäume zur Erinnerung an Opfer des NS-Konzentrationslagers Buchenwald zerstört oder beschädigt worden. Das Landeskriminalamt ermittelt.

    Am Buchenwald Gedenkweg nahe dem Ortsteil Schöndorf sind mehrere Bäume beschädigt, die an Opfer des NS-Konzentrationslagers bei Weimar erinnern sollen.
    Am Buchenwald Gedenkweg nahe dem Ortsteil Schöndorf sind mehrere Bäume beschädigt, die an Opfer des NS-Konzentrationslagers bei Weimar erinnern sollen. - Bodo Schackow/dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Nahe dem ehemaligen NS-Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar sind erneut zur Erinnerung an KZ-Opfer gepflanzte Bäume beschädigt worden.

    Bei Schöndorf, einem nahe dem Lager gelegenen Ortsteil von Weimar, seien zwei Bäume umgeknickt worden, sagte ein Polizeisprecher.

    An drei weiteren Bäumen seien Rindenteile entfernt worden. Das Landeskriminalamt ermittle wegen politisch motivierter Sachbeschädigung, der Staatsschutz sei eingebunden. Die Beschädigungen waren am Samstag entdeckt worden. Es ist der zweite derartige Vorfall im Umfeld des ehemaligen KZs binnen weniger Tage.

    Die Bäume gehören zu dem vom Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda koordinierten Gedenkprojekt «1000 Buchen». Seit 1999 werden mithilfe privater Spender im Raum Weimar jährlich Bäume für KZ-Opfer gepflanzt. Die Stelle, an der die beschädigten Bäume gefunden wurden, sei Teil einer Route der «Todesmärsche» von KZ-Häftlingen, sagte die Geschäftsführerin des Lebenshilfe-Werks, Rola Zimmer. Der Begriff steht für die Räumung des Lagers, mit der die Nazis kurz vor dessen Befreiung Anfang April 1945 begonnen hatten. Tausende Häftlinge wurden in Richtung anderer Lager wie Flossenbürg und Dachau getrieben, viele überlebten dies nicht.

    Nach Angaben der ermittelnden Staatsanwaltschaft Erfurt gilt der Gedenkweg als öffentliches Denkmal, wie Sprecher Hannes Grünseisen auf Anfrage sagte. Laut Strafgesetzbuch kann die Beschädigung oder Zerstörung von Denkmälern mit bis zu drei Jahren Gefängnis oder Geldstrafe geahndet werden.

    Grosse Pflanzaktion im Herbst geplant

    Am Mittwoch war bereits bekannt geworden, dass an einer anderen Stelle im Umfeld der Gedenkstätte sieben Erinnerungsbäume für KZ-Opfer von Unbekannten abgesägt worden waren. Die Tat nahe der Trasse der ehemaligen Buchenwaldbahn, mit der Menschen aus ganz Europa von den Nationalsozialisten in das Konzentrationslager gebracht worden waren, hat auch international für Empörung gesorgt.

    Der Sozialverband habe seitdem viele Solidaritätsbekundungen erhalten, sagte Zimmer. Zahlreiche Menschen hätten erklärt, sich an Nachpflanzungen beteiligen zu wollen. Unter anderem Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) und die Fussballclubs FC Schalke 04 und FC Carl Zeiss Jena hatten dies signalisiert. Geplant ist laut Lebenshilfe eine grosse Pflanzaktion im Herbst.

    Am 15. Juli 1937 waren die ersten Häftlinge in das Lager auf dem Ettersberg bei Weimar in Thüringen gekommen. Bis zur Befreiung durch US-Truppen im April 1945 verschleppten die Nazis 280.000 Menschen nach Buchenwald. Etwa 56.000 von ihnen wurden ermordet oder starben an Hunger, Krankheiten und medizinischen Experimenten.

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