Ermittlungen zu Klinik Skandal um Hepatitis Infektionen sind schwer

    Keystone-SDA
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    Deutschland,

    Das deutsche Gesundheitsamt rechnet mit über 60 Patienten, die durch einen Narkosearzt mit Hepatitis infiziert worden sind.

    Vor der Donau-Ries Klinik weist ein Schild auf das Haus hin.
    Ein früherer Arzt soll hier bei Operationen mindestens 60 Patienten mit Hepatitis C infiziert haben. - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ein Narkosearzt soll bei OPs reihenweise Patienten mit Leberentzündung angesteckt haben.
    • Hunderte Patienten sollen sich testen lassen – auch in der Schweiz.

    Schwierige Ermittlungen wegen einer Serie von Hepatitis-Infektionen in einem Kommunalspital in Bayern (D): Ein Narkosearzt soll bei Operationen reihenweise Patienten mit Leberentzündung angesteckt haben. Hunderte Patienten sollen sich testen lassen – auch in der Schweiz.

    Das deutsche Gesundheitsamt geht von mindestens 60 OP-Patienten aus, auf die der frühere Anästhesist der Donau-Ries-Klinik im bayrischen Donauwörth Hepatitis C übertragen haben soll. Die Augsburger Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts von Körperverletzungsdelikten gegen den Mediziner.

    «Es ist sehr komplex und sehr umfangreich, weil wir ja für jeden Einzelfall den Weg der Infektion und die Verantwortlichkeiten prüfen und strafrechtlich bewerten müssen», sagte Oberstaatsanwalt Matthias Nickolai der Nachrichtenagentur DPA zu dem Verfahren. Die Untersuchung finde in enger Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt im Landkreis Donau-Ries statt.

    Detailinformationen an die Öffentlichkeit

    Im Unterschied zur Staatsanwaltschaft ist das Landratsamt in den vergangenen Monaten immer wieder mit Detailinformationen an die Öffentlichkeit gegangen. Für die strafrechtlichen Ermittlungen sei das nicht hilfreich, sagt der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Nickolai hat allerdings auch Verständnis für das Vorgehen der Behörde in Donauwörth. «Das Gesundheitsamt veröffentlicht sehr viel, muss es wohl auch, weil es nach dem Infektionsschutzgesetz die Aufgabe hat, die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern», sagt er.

    Mehr als 1600 frühere Patienten des beschuldigten Mediziners wurden von dem Gesundheitsamt aufgefordert, sich bei ihrem Hausarzt auf Hepatitis C testen zu lassen. Einige leben im europäischen Ausland, beispielsweise in Frankreich, Grossbritannien, Polen oder der Schweiz, was die Untersuchung zusätzlich erschwert.

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