Erbitterte Kämpfe in Berg-Karabach trotz internationaler Appelle

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    Aserbaidschan,

    Trotz internationaler Appelle zur Beendigung: Am Samstag wurde die Kämpfe um die Kaukasusregion Berg-Karabach weitergeführt.

    Konflikt in Berg-Karabach
    Blick auf ein Wohnhaus, welches bei jüngsten Kämpfen zwischen aserbaidschanische Streitkräfte und der armenischen Armee in der Konfliktregion Berg-Karabach beschädigt wurde.02.10.2020, Aserbaidschan, Stepanakert - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Kämpfe um die Kaukasusregion Berg-Karabach werden am Samstag fortgesetzt.
    • Internationaler Appelle zur Beendigung der Gewalt wurden ignoriert.

    Trotz internationaler Appelle zur Beendigung der Gewalt sind die erbitterten Kämpfe um die Kaukasusregion Berg-Karabach am Samstag fortgesetzt worden. Das armenische Verteidigungsministerium sprach von «heftigen Gefechten» an der Frontlinie.

    Die Truppen der überwiegend armenischen Region Berg-Karabach hätten einen «grossangelegten Angriff» der aserbaidschanischen Armee gestoppt. Die armenische Seite sei an einer Stelle an der Front «zum Gegenangriff» übergegangen.

    Konflikt in Berg-Karabach
    Ein Blick auf ein Wohngebiet, welches bei jüngsten Kämpfen zwischen aserbaidschanische Streitkräfte und der armenischen Armee in der Konfliktregion Berg-Karabach beschädigt wurde. 02.10.2020, Aserbaidschan, Stepanakert - dpa

    Am siebten Tag des Konflikts waren erneut auch Schüsse in Stepanakert, der Hauptstadt der selbsternannten Republik Berg-Karabach, zu hören. Dies berichteten Reporter der Nachrichtenagentur AFP am Samstag. Die Behörden in Berg-Karabach sprachen davon, dass die «letzte Schlacht» für die Region begonnen habe.

    Mehrere Gebäude in Stepanakert zerstört

    Am Freitag hatte die Armee Aserbaidschans durch schweres Artilleriefeuer mehrere Gebäude in Stepanakert zerstört. «Ich ging aus meinem Haus, fünf oder zehn Minuten später machte es Bumm, eine Explosion. Zum Glück war niemand mehr zu Hause», sagte der 65-jährige Nelson Adamian.

    In der Nacht zu Samstag soll wiederum Armenien 19 aserbaidschanische Dörfer beschossen haben. Die aserbaidschanischen Truppen würden mit einem «Gegenschlag» antworten und habe gegnerische Positionen eingenommen. Dies berichtete die aserbaidschanische Armee.

    Konflikt in Berg-Karabach
    Schaden in einer Wohnung eines Wohngebietes nach Beschuss. Bodentruppen Aserbaidschans haben am 03.10.200 nach Darstellung der armenischen Führung in Eriwan einen grossangelegten Zangenangriff gegen das von Armenien kontrollierte Gebiet Berg-Karabach in Aserbaidschan gestartet. 03.10.2020, Aserbaidschan, Stepanakert - dpa

    Seit Beginn der Kämpfe am vergangenen Sonntag gibt es bisher nur unvollständige Berichte über die Opferzahlen. Demnach starben bisher mindestens 191 Menschen in Berg-Karabach, darunter 158 pro-armenische Kämpfer sowie insgesamt über 30 Zivilisten auf beiden Seiten.

    Todesangaben wohl zu niedrig

    Die Angaben sind vermutlich aber viel zu niedrig; die Regierung in Baku meldet bisher keine Armeeopfer. Auch gab es Bericht über fast 30 Tote unter pro-türkischen Kämpfern aus Syrien, die offenbar an der Seite Aserbaidschans kämpfen.

    Nach Angaben von Armenien starben seit Ausbruch des Konflikts mehr als 3000 aserbaidschanische Soldaten. Die Regierung in Baku behauptet wiederum, bisher mehr als 2300 armenische Soldaten getötet zu haben.

    Wann kommt es zum Waffenstillstand?

    Der Rückzug der armenischen Streitkräfte aus den «besetzten Gebieten» seines Landes sei eine «Vorbedingung» für einen Waffenstillstand. Dies sagte Aserbaidschans Präsident Ilham Alijew in einem Interview mit dem Fernsehsender Al Jazeera.

    Berg-Karabach wird mehrheitlich von Armeniern bewohnt, welche die Region und angrenzende Gebiete unter ihrer Kontrolle haben. Die selbsternannte Republik Berg-Karabach wird international nicht anerkannt und gilt völkerrechtlich als Teil Aserbaidschans.

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