«Das war Gier» - Angeklagte gestehen Betrug mit Coronatests

    DPA
    DPA

    Deutschland,

    Ein Mann und eine Frau haben vor Gericht zugegeben, weitaus mehr Coronatests abgerechnet zu haben als sie vorgenommen haben. Nach einem anonymen Anruf bei der Polizei flogen sie jedoch auf.

    Eine Frau und ein Mann vor Gericht: Die beiden Betreiber einer Corona-Teststation sind des Betruges angeklagt.
    Eine Frau und ein Mann vor Gericht: Die beiden Betreiber einer Corona-Teststation sind des Betruges angeklagt. - Karl-Josef Hildenbrand/dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Im Prozess um tausendfachen Abrechnungsbetrug in einem Corona-Testzentrum im oberbayerischen Geretsried haben die beiden Angeklagten die Taten am Mittwoch gestanden.

    «Das war Gier», sagte der 31 Jahre alte Angeklagte vor dem Amtsgericht München. Auch seine 34 Jahre alte Verlobte und Komplizin räumte die Vorwürfe ein.

    Mehr als 13.000 Tests rechneten die Beiden laut Anklage in ihrem zum Testzentrum umfunktionierten Handyladen bei der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) ab – rund 12.000 mehr als sie tatsächlich durchführten. Dafür wurden ihnen gut 171.000 Euro überwiesen; gut 150.000 Euro mehr als ihnen zustand.

    Das Geld grösstenteils verprasst

    Das Geld soll das Paar weitgehend verprasst haben. Als die Beiden wenige Wochen nach der Überweisung aufflogen, waren nur noch knapp 50.000 Euro übrig. Er habe «in Saus und Braus gelebt», sagte der 31-Jährige bei der Polizei.

    Aufgeflogen war der Schwindel nach einem anonymen Anruf bei der Polizei. So konnte auch eine zweite Auszahlung der KVB gestoppt werden. «Zu Unrecht abgerechnete Beträge von insgesamt über 185.000 Euro wurden nicht mehr ausgezahlt», teilte die Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Betrug und Korruption im Gesundheitswesen (ZKG) an der Generalstaatsanwaltschaft Nürnberg mit, die in diesem Fall die Ermittlungen führte und auch die Anklage erhob.

    Vor Gericht zeigte sich auch, wie leicht der Betrug dem angeklagten Paar gemacht wurde: Nach Angaben einer der Verteidiger forderte die KVB nur die Zahl der abgerechneten Tests ein, keine weiteren Nachweise: «Zahl eingetragen, sich mit der Zahl zufrieden gegeben – fertig.»

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Elisabeth Baume-Schneider Krankenkassen-Prämien
    1'565 Interaktionen
    Krankenkassen-Prämien
    Geister-Auto Kreuzlingen
    24 Interaktionen
    Gratis?

    MEHR IN NEWS

    trump
    1 Interaktionen
    Washington
    Sommerferien
    7 Interaktionen
    Teures Essen

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    x
    24 Interaktionen
    Covid-Impfung
    ailton
    Bier statt Wasser
    merz
    2 Interaktionen
    Berlin
    4 Interaktionen
    Wiesbaden