Cyberangriffe in Deutschland steigen auf neuen Höchstwert

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    Die Zahl der Cyberangriffe ist weiter gestiegen und hat im vergangenen Jahr in Deutschland einen neuen Höchststand erreicht.

    Computertastatur
    Computertastatur - AFP/Archiv

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Cyberkriminalität erreicht in Deutschland einen neuen Höchstwert.
    • Insgesamt wurden im letzten Jahr 22.574 Tatverdächtige ermittelt.

    Wie das Bundeskriminalamt (BKA) am Mittwoch mitteilte, erhöhte sich die von der Polizei registrierte Zahl der Vorfälle im Vorjahresvergleich um mehr als 15 Prozent auf insgesamt 100.514. Hauptziele seien Unternehmen und öffentliche Einrichtungen, weil dabei die höchsten kriminellen Gewinne zu erzielen seien, hiess es.

    Die grösste Bedrohung stellten laut BKA nach wie vor Angriffe mit sogenannter Ransomware dar. Dabei handelt es sich um Software, die Daten auf den angegriffenen Rechnern verschlüsselt und damit für deren Besitzer unbrauchbar macht. Für die Entschlüsselung fordern die Täter demnach meistens einen Geldbetrag, der in der Regel in der Kryptowährung Bitcoins zu entrichten ist.

    cyberkriminalität
    Eine Person tippt auf einem Laptop mit grünen Zahlencodes. (Symbolbild) - Keystone

    Oftmals setzten die Täter zusätzlich auf eine Doppelstrategie, bei der zeitgleich auch noch sensible Daten gestohlen würden, teilte das BKA in Wiesbaden bei der Präsentation des jährlichen Lagebilds zur bundesweiten Entwicklung der Cyberkriminalität mit. Anschliessend drohten sie damit, die Informationen zu verbreiten.

    Cyberkriminelle nutzen Corona-Pandemie

    Auch die aktuelle Corona-Pandemie nutzen Cyberkriminelle demnach für ihre Zwecke. Laut einer separaten BKA-Analyse für die Monate März bis August setzten sie unter anderem auf Internetseiten, die Onlineauftritte staatlicher Stellen etwa im Zusammenhang mit Corona-Soforthilfen kopierten. Sobald Nutzer dort Schaltflächen betätigten, installierte sich Schadsoftware auf ihren Rechnern.

    Auch falsche E-Mails, die angeblich von staatlichen Stellen oder Banken zum Thema Corona verschickt wurden, waren ein Mittel zur Verbreitung von Schadprogrammen. Die Täter im Bereich Cybercrime seien in der Regel international vernetzt und hochprofessionell, betonte das BKA. Sie seien generell in der Lage, «flexibel» auf neue Gelegenheiten zu reagieren. Dies zeige sich auch bei Corona.

    Insgesamt 22.574 Tatverdächtige ermittelt

    Die deutsche Polizei ermittelte im vergangenen Jahr insgesamt 22.574 Tatverdächtige in Deliktbereich Cybercrime. Das war ein Plus von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr 2018. Der finanzielle Schaden durch Computerkriminelle sei sehr hoch, warnte das BKA. Es verwies auf Schätzungen des Hightechbranchenverbands Bitkom, denen zufolge solche Angriffe die deutsche Wirtschaft im vorigen Jahr insgesamt mehr als hundert Milliarden Euro gekostet haben sollen.

    Cyberkriminialität phishing
    Cyberkrimininelle am Werk: Mit Phishing-Angriffen Zugangsdaten abschöpfen. Foto: Silas Stein/dpa/Symbolbild - dpa

    Das BKA forderte Unternehmen und Bürger zugleich zu Vorsorge- und Abwehrmassnahmen auf. Aktueller Virenschutz, sichere Passwörter sowie regelmässige Datensicherungen gehörten dazu. Zudem sollten Nutzer bei E-Mails unbekannter immer Absender skeptisch sein. Im Fall von Erpressungen dürfe darüber hinaus niemals Geld gezahlt werden, betonte das BKA. Stattdessen sollten Betroffene möglichst schnell die Polizei alarmieren, damit diese auch ermitteln könne.

    Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) forderte als Konsequenz die Einstellung von mehr IT-Spezialisten bei den Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern. Die Entwicklung sei «besorgniserregend». Unter anderem müsse dafür Quereinsteigern der Eintritt in den Polizeidienst erleichtert werden, erklärte DPolG-Chef Rainer Wendt in Berlin. Das BKA tue dies bereits. Notwendig seien zudem Gesetzesänderungen, etwa zur Überwachung der Kommunikation in den Messengerdiensten durch die Polizei.

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