Chiphersteller Infineon zurück in Gewinnzone

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    Die Corona-Krise und die Cypress-Übernahme drücken bei Infineon aufs Jahresergebnis, doch das vierte Quartal war bereits wieder positiv. Mehr als 20.000 Schichtmitarbeiter bekommen eine Corona-Prämie.

    Für das seit Oktober laufende neue Geschäftsjahr zeigt sich Infineon «in Summe verhalten optimistisch». Foto: Matthias Balk/dpa
    Für das seit Oktober laufende neue Geschäftsjahr zeigt sich Infineon «in Summe verhalten optimistisch». Foto: Matthias Balk/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Chiphersteller Infineon kommt stabil durch die Corona-Krise.

    Von Juli bis September verdiente der Dax-Konzern 109 Millionen Euro und kehrte damit in die Gewinnzone zurück, wie er mitteilte.

    Im Vorquartal war er kurzfristig in die roten Zahlen gerutscht, was neben Belastungen durch die Pandemie allerdings auch an hohen Kosten für die Übernahme von US-Konkurrent Cypress gelegen hatte. Beides hat aber Spuren hinterlassen: Im gesamten Geschäftsjahr, das am 30. September endete, sackte der Gewinn um mehr als die Hälfte auf 368 Millionen Euro ab.

    Infineon-Chef Reinhard Ploss sprach von einem «sehr ordentlichen vierten Quartal» und einem insgesamt gelungenen Geschäftsjahr. «Einige unserer Zielmärkte, insbesondere der Automarkt, haben sich seit Sommer besser als erwartet erholt», sagte er. «Hinzu kommt der beschleunigte strukturelle Wandel hin zur Elektromobilität, insbesondere in Europa.» Elektroautos enthalten mehr Halbleiter als Verbrenner, sie bedeuten für Infineon also mehr Geschäftsmöglichkeiten.

    Dennoch soll die Dividende um 5 auf 22 Cent je Aktie sinken. Der Konzern will damit «den gravierenden wirtschaftlichen Auswirkungen und dem weiteren Fortbestehen der Risiken der Coronavirus-Pandemie Rechnung» tragen und sich finanziellen Spielraum erhalten.

    Dafür hat das Unternehmen auch im laufenden Jahr schon diverse Sparmassnahmen eingeleitet. Rund 100 bis 150 Millionen Euro sollen sie gebracht haben.

    Dagegen zeigt sich Ploss den rund 20.500 Schichtmitarbeitern in der Produktion gegenüber grosszügig. Sie sollen eine Corona-Prämie erhalten, deren Höhe sich je nach regionaler Kaufkraft unterscheidet. In Mitteleuropa soll sie im Bereich von rund 1000 Euro liegen. Diese Mitarbeiter hätten nicht ins Homeoffice wechseln können, betonte Ploss. Teilweise hätten sie sogar in der Fertigung übernachtet, um trotz Bewegungsbeschränkungen in einigen Ländern arbeiten zu können. «Das ist ein ganz aussergewöhnliches Commitment».

    Für das seit Oktober laufende neue Geschäftsjahr ist Ploss «in Summe verhalten optimistisch». Die strukturellen Gründe für das Wachstum von Infineon seien weiter intakt, einige bekämen sogar noch einen zusätzlichen Schub durch die Corona-Krise. Zudem erwartet der Infineon-Chef weitere positive Effekte durch die Cypress-Übernahme, auch weil sie das Produktportfolio erweitere.

    Insgesamt sieht Ploss den Konzern bei den mit der Übernahme verbundenen Zielen auf Kurs. Man habe auch im Vertrieb bereits erste gemeinsame Erfolge erzielt, sagte er. Zusammen mit der neuen Tochter will Infineon im laufenden Geschäftsjahr rund 10,5 Milliarden Euro Umsatz machen. Im abgelaufenen waren es knapp 8,6 Milliarden.

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