Bundesrat

    Bundesrat untersagt Verkauf von Silvesterfeuerwerk

    DPA
    DPA

    Deutschland,

    Zum zweiten Mal in Folge könnte der Jahreswechsel in Deutschland ungewöhnlich ruhig werden. Der Verkauf von Silvester-Feuerwerk ist erneut verboten. Kritikern geht dies allerdings nicht weit genug.

    Der Berliner Alexanderplatz wird an Silvester zur Böllerverbotszone. Foto: Paul Zinken/dpa
    Der Berliner Alexanderplatz wird an Silvester zur Böllerverbotszone. Foto: Paul Zinken/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Wegen der Corona-Pandemie gilt zu Silvester in Deutschland erneut ein umfassendes Verkaufsverbot für Böller.

    Nach der Regelung, die der Bundesrat am Freitag gebilligt hat, darf wie schon im Vorjahr kein Feuerwerk über die Ladentheken gehen.

    Ziel ist es, Unfälle durch den unsachgemässen Gebrauch von Knallkörpern und Raketen zu vermeiden und damit die durch Corona bereits extrem belasteten Krankenhäuser zu schonen. Mit dem Beschluss des Bundesrats wird eine Bund-Länder-Vereinbarung von Anfang Dezember umgesetzt.

    «Die Krankenhäuser und Arztpraxen stehen seit Monaten massiv unter dem Druck der Pandemie», hatte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) bereits in der vergangenen Woche erklärt. «Wir wollen jetzt jede zusätzliche Belastung und jeden vermeidbaren medizinischen Notfall verhindern.» In der Verordnung heisst es zur Begründung ausserdem: «Ein blosses Verbot des Abbrennens pyrotechnischer Gegenstände wäre nicht ausreichend.» Die Erfahrung zeige, dass schon das Verwendungsverbot vor und nach Silvester regelmässig unterlaufen werde.

    Böllerverbot an zentralen Plätzen

    Während die vom Bundesrat gebilligte Verordnung nur den Verkauf von Feuerwerkskörpern verbietet, haben zahlreiche Kommunen darüber hinaus das Abbrennen von Pyrotechnik an zentralen Plätzen untersagt. Ein solches Böllerverbot gilt etwa am Berliner Alexanderplatz und in weiten Teilen der Hamburger Innenstadt.

    Allerdings befürchten Kritiker, dass verstärkt illegale Böller aus Nachbarländern wie Polen eingeschmuggelt werden. Das Hauptzollamt Frankfurt (Oder) rechnet bis Jahresende mit 2,5 bis 3 Tonnen illegalem Feuerwerk - dabei gelten die sogenannten Polenböller als besonders gefährlich.

    Der Verlust für die Hersteller von Feuerwerk durch das Verkaufsverbot wird in der Verordnung auf 122 Millionen Euro geschätzt. Der Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) hatte bereits im Vorfeld der Bundesratsentscheidung von einem «Todesstoss» für die gesamte Branche gesprochen. Den 3000 Beschäftigten in Deutschland drohe dadurch die Arbeitslosigkeit.

    Das Verkaufsverbot gilt vorerst nur für den unmittelbar bevorstehenden Jahreswechsel, obwohl Umwelt- und Tierschutzverbände seit Jahren ein grundsätzliches Feuerwerksverbot fordern. Neben der Verletzungsgefahr argumentieren sie unter anderem mit der Feinstaubbelastung, der Feuergefahr und dem Stress für Tiere. Als Vorbild gilt etwa Amsterdam, wo die Knallerei mittlerweile verboten ist.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Juso
    9 Interaktionen
    Waren in Paris dabei

    MEHR IN NEWS

    Wer macht das Rennen in den Stadtrat?
    St. Gallen
    Hotel Anker: Vom Schandfleck zum See-Highlight?
    Rorschach SG
    Das macht die City-Managerin von Aarau
    Romana Waller
    Die Spice Girls aus Zürich
    Neue Girlgroup

    MEHR BUNDESRAT

    jANS
    86 Interaktionen
    Thun
    cassis
    11 Interaktionen
    Bern
    3 Interaktionen
    Bern
    Céline Amaudruz
    1'682 Interaktionen
    Erste Kandidatin

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    Friedrich Merz
    21 Interaktionen
    Berlin
    Swiss Ski Aufgebot Sölden
    7 Interaktionen
    Weltcup-Auftakt
    Grippe
    23 Interaktionen
    Empfehlungen
    Roche
    6 Interaktionen
    Frankfurt