EU

    Brüssel/Strassburg: EU-Parlament soll weiter pendeln

    DPA
    DPA

    Frankreich,

    Über das Hin und Her der EU-Abgeordneten zwischen Brüssel und Strassburg wird schon lange debattiert. Die Energiekrise bietet einen neuen Anlass.

    Der Plenarsaal des Europäischen Parlaments in Strassburg - hierher soll weiterhin aus Brüssel gependelt werden.
    Der Plenarsaal des Europäischen Parlaments in Strassburg - hierher soll weiterhin aus Brüssel gependelt werden. - Philipp von Ditfurth/dpa

    Ungeachtet der Energiekrise hält die Spitze des Europaparlaments daran fest, das EU-Parlament zwischen Brüssel und Strassburg pendeln zu lassen. Forderungen, das aufwendige Hin und Her zu beenden, wies Präsidentin Roberta Metsola in einem Brief an den Grünen-Abgeordneten Daniel Freund zurück.

    Anders als auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie sei man nicht in einer Situation, in der man die Tagungen «aufgrund aussergewöhnlicher und unvorhersehbarer Umstände» im Sinne der Geschäftsordnung in Brüssel oder aus der Ferne abhalten müsse, heisst es in dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

    Sie werde weiter dafür sorgen, dass das Parlament im Einklang mit den EU-Verträgen arbeite und «seine Präsenz in Strassburg als wichtiges Symbol der europäischen Integration anerkennt». Freund hatte Metsola vor rund vier Wochen dazu aufgefordert, während der Energiekrise auf das monatliche Pendeln zu verzichten.

    Energie soll anderswo gespart werden

    Metsola verweist in ihrem Brief nun auf verstärkte Bemühungen des Parlaments, Energie zu sparen. Das zuständige Gremium habe bereits über «eine Reihe von kurz-, mittel- und langfristigen Massnahmen» beraten. Zu den kurzfristigen Schritten gehöre, die Temperatur von Heizungen in Gebäuden des Parlaments um ein Grad zu reduzieren und die von Klimaanlagen um ein Grad heraufzusetzen. Beleuchtung, Heizung, Lüftung und Klimatisierung sollten ausserhalb der Bürozeiten angepasst werden. Das Parlament prüfe zudem, wie es etwa seine CO2-Emissionen für die Reise nach Strassburg reduzieren könne.

    Freund gehen diese Schritte nicht weit genug. «In der aktuellen Energiekrise reicht es nicht, das Thermostat um ein Grad nach unten zu drehen», sagte er der dpa. «Ganz Europa ist zu massiven Sparmassnahmen gezwungen, um die Abhängigkeit von russischer Energie zu verringern.» Da dürfe das Parlament nicht halbherzig handeln. «Ein Stopp des Reisezirkus nach Strassburg wäre jetzt ein starkes Zeichen.»

    Über das Hin und Her wird seit Jahren debattiert. Der Hauptsitz des Parlaments ist Strassburg. In der französischen Stadt kommen die Abgeordneten für zwölf Plenarsitzungen im Jahr zusammen. Alle anderen Sitzungen, auch die der Ausschüsse, sind im belgischen Brüssel. Vor allem Frankreich besteht auf den Sitz in Strassburg, der in den EU-Verträgen festgelegt ist. Regelmässig reist deshalb ein Tross mit Tausenden Mitarbeitern und tonnenweise Akten ins Elsass. Über eine Änderung könnten die EU-Staaten nur einstimmig entscheiden.

    Kommentare

    Weiterlesen

    gg
    130 Interaktionen
    Welt-Neuheit
    Schnee
    31 Interaktionen
    Erster Schnee

    MEHR IN NEWS

    Man muss die Eltern kritisieren, nicht die Kinder!
    329 Interaktionen
    Schweigepfad-Lärm
    Lens
    3 Interaktionen
    Frankreich
    Welschenrohr SO

    MEHR EU

    21 Interaktionen
    Bern
    Ursula von der Leyen
    56 Interaktionen
    Brüssel
    Patric Franzen EU
    10 Interaktionen
    Bern
    9 Interaktionen
    Luxemburg

    MEHR AUS FRANKREICH

    25 Interaktionen
    Paris
    19 Interaktionen
    Paris
    8 Interaktionen
    Saint-Pierre-la-Garenne
    Frankreich Schülerproteste
    27 Interaktionen
    Exzesse