98 Prozent der Internet-Nutzer lehnen Beleidigungen ab

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    Deutschland,

    Im Internet herrscht ein rauer Ton: Es wird beschimpft, beleidigt und gezielt gelogen. Eine Studie bringt nun ans Licht: Fast niemandem gefällt dies, die Ablehnung ist nahezu einhellig. Eine Altersgruppe zeigt sich jedoch vergleichsweise abgebrüht.

    16 Prozent der Befragten gaben zu, selbst schon einmal einen «unsachlichen Kommentar» geschrieben zu haben. Foto: Britta Pedersen
    16 Prozent der Befragten gaben zu, selbst schon einmal einen «unsachlichen Kommentar» geschrieben zu haben. Foto: Britta Pedersen - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Beleidigungen, Beschimpfungen und «Fake News» stossen bei nahezu allen Internetnutzern in Deutschland auf Ablehnung.

    Das geht aus einer repräsentativen Forsa-Studie im Auftrag der Landesmedienanstalt Nordrhein-Westfalen zum bundesweiten «Safer Internet Day» am 5. Februar hervor.

    Dafür wurden bundesweit mehr als 1000 Internetnutzer ab einem Alter von 14 Jahren befragt. Die Ergebnisse der Studie lagen der Deutschen Presse-Agentur vor. Das Beschimpfen und Beleidigen von Menschen in sozialen Netzwerken stösst demnach bei 98 Prozent auf Ablehnung. 59 Prozent gaben an, sich mit Opfern von Beleidigungen im Internet zu solidarisieren und diese zu unterstützen. Befragte über 45 Jahren solidarisieren sich dabei tendenziell häufiger als Jüngere. 16 Prozent gaben allerdings zu, selbst schon einmal einen «unsachlichen Kommentar» geschrieben zu haben.

    96 Prozent finden es nicht in Ordnung, wenn falsche Informationen, also «Fake News», im Internet verbreitet werden. Die Hälfte der Befragten gab an, sich an öffentlichen Diskussionen im Netz hin und wieder zu beteiligen. Ostdeutsche, Männer und unter 45-Jährige beteiligen sich laut Studie überdurchschnittlich an solchen Netz-Debatten.

    Meinungsfreudig und abgebrüht gegenüber Kritik zeigten sich die jüngeren Befragten: 72 Prozent der 14- bis 24-Jährigen gaben an, dass es ihnen leicht falle, im Internet ihre Meinung zu sagen. Fast die Hälfte (49 Prozent) dieser Altersgruppe behauptete, dass ihnen beleidigende Kommentare egal seien und sie diese einfach ignorierten.

    Insgesamt gab aber fast jeder Dritte (32 Prozent) Befragte zu, aus Angst vor beleidigenden Kommentaren nichts online zu stellen. Gut jeder Vierte (27 Prozent) traut sich laut Umfrage nicht, seine Meinung im Internet kundzutun, weil er befürchtet, blossgestellt zu werden.

    Der am häufigsten genannte Grund, sich nicht an Netz-Debatten zu beteiligen, ist die mangelhafte Diskussionskultur: 84 Prozent gaben an, dort werde nicht wirklich diskutiert, sondern es reihten sich lediglich Meinungen aneinander. 70 Prozent gaben an, dafür hätten sie einfach keine Zeit.

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