Regierung

    Zehntausende Israelis protestieren gegen Regierung

    Keystone-SDA
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    Israel,

    Erneut haben in Israel Zehntausende für einen Geiseldeal demonstriert. Nach Angaben der Nachrichtenseite ynet waren 150'000 Menschen auf der Strasse.

    Protesters call on Israeli cabinet to sign hostage deal during anti-government rally in Tel Aviv
    Menschen rufen das israelische Kabinett an, um den Geiseldeal zu unterzeichnen – eine Protestkundgebung vor dem Kirya-Militärhauptquartier in Tel Aviv, Israel, am 22. Juni 2024. - keystone/EPA/ABIR SULTAN

    In Israel haben am Samstagabend Zehntausende Menschen erneut gegen die Regierung und für ein Abkommen zur Freilassung der im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln protestiert. In der Küstenmetropole Tel Aviv skandieren Demonstranten: «Lebendig, lebendig – und nicht in Leichensäcken».

    Das «Wall Street Journal» hatte jüngst berichtet, dass die Zahl der noch lebenden Entführten bei nur etwa 50 liegen könnte. Offiziell sind noch rund 120 Menschen in der Gewalt der Hamas und anderer Terroristen im Gazastreifen.

    Nach Angaben der Organisatoren war die Demonstration in Tel Aviv die grösste seit dem 7. Oktober. Die Nachrichtenseite ynet berichtete unter Berufung auf die Organisatoren, in der Stadt hätten rund 150'000 Menschen gegen die Regierung protestiert.

    Auch in Jerusalem, Haifa, Beerscheba und anderen Orten fanden erneut Massenproteste gegen die Führung von Benjamin Netanjahu statt. Die Menschen forderten dabei auch Neuwahlen.

    Erinnerung an entführte Soldatin

    Bei einer Kundgebung in Tel Aviv erinnerten viele Menschen auch an den Geburtstag einer entführten Soldatin, die am Samstag in Geiselhaft 20 Jahre alt geworden ist. Viele Demonstranten zeigten Plakate mit dem Gesicht der Israelin. Ihre Eltern forderten in einer Rede ihre Freilassung. Aufnahmen der Organisatoren zeigten die Mutter, wie sie während des Protests in Tel Aviv weinte.

    Am Tag ihrer Entführung von einem Militärstützpunkt hatte die Hamas Aufnahmen verbreitet, auf denen die junge Frau mit gefesselten Händen und blutverschmierter Hose zu sehen ist. Vor rund einem Monat wurde zudem ein Video veröffentlicht, dass sie und vier weitere Soldatinnen während der Entführung verängstigt, verletzt und teilweise blutüberströmt zeigt. Die jungen Frauen waren im Grenzgebiet zum Gazastreifen als Späherinnen der Armee im Einsatz.

    Indirekte Vermittlung bisher erfolglos

    Die USA, Katar und Ägypten vermitteln indirekt zwischen Israel und der Hamas, um eine Feuerpause und einen Austausch der Geiseln gegen palästinensische Häftlinge zu erreichen – bislang ohne Erfolg.

    Die Demonstranten werfen Netanjahu vor, sich den Forderungen seiner extremistischen Koalitionspartner zu beugen und einen Deal zur Freilassung der von der Hamas festgehaltenen Geiseln zu hintertreiben.

    Einige Minister sind gegen ein Abkommen mit den Islamisten. Der Regierungschef wiederum wirft der Hamas eine unnachgiebige Haltung vor und macht sie für die Stagnation bei den Verhandlungen verantwortlich. Die Hamas wiederum sieht Israel in der Pflicht. Hauptforderungen der Hamas sind ein sofortiger Waffenstillstand und ein Rückzug der israelischen Truppen aus dem Gazastreifen.

    Kommentare

    User #1186 (nicht angemeldet)

    Es gab schon vor dem Krieg diese Massenproteste.

    User #2361 (nicht angemeldet)

    Solange er Krieg führt, solange bleibt er an der Macht.

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