Wahlkampf

    Nazi-Skandal im argentinischen Wahlkampf

    Keystone-SDA
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    Argentinien,

    Äusserungen aus dem Lager des libertären Populisten Javier Milei für Aufsehen gesorgt. Mitstreiter verurteilen die Aussagen aufs Schärfste.

    Javier Milei
    Javier Milei muss für die Aussagen seines designierten Bildungsministers gerade stehen. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der designierte Bildungsminister, Martin Krause, hat einen handfesten Skandal ausgelöst.
    • Mit Aussagen über die Gestapo zog er die Kritik der Gegenkandidaten auf sich.
    • Auch der Verband der jüdischen Gemeinden Argentiniens übte scharfe Kritik.

    Gut drei Wochen vor der Präsidentenwahl in Argentinien haben Äusserungen aus dem Lager des libertären Populisten Javier Milei für einen handfesten Nazi-Skandal in dem südamerikanischen Land gesorgt. «Stellt euch vor, die Gestapo hätte aus Argentiniern bestanden. Wäre das nicht viel besser gewesen?», sagte der designierte Bildungsminister des Favoriten bei der Wahl am 22. Oktober, Martín Krause, bei einer Veranstaltung der Universität Torcuato Di Tella.

    «Anstatt sechs Millionen Juden zu ermorden, wären es viel weniger gewesen. Es hätte Bestechung gegeben, jede Art von Ineffizienz, sie hätten geschlafen. Aber das gab es nicht, es waren eben Deutsche. Das war das Problem.» Mit seiner Äusserung wollte Krause offenbar auf die vermeintliche Ineffizienz der argentinischen Behörden hinweisen.

    Der Verband der jüdischen Gemeinden Argentiniens (DAIA) übte scharfe Kritik.

    Patricia Bullrich verurteilt Äusserungen

    «Wir verurteilen die Banalisierung des Holocaustes durch Martín Krause», schrieb die Gruppe am Freitag in einer Stellungnahme. «Wir warnen den Präsidentschaftskandidaten vor dem unangemessenen Missbrauch der Shoa in der öffentlichen Debatte und bestehen darauf, dass das Gedenken an sechs Millionen Ermordete nicht beschmutzt werden darf.» Die jüdische Gemeinde in Buenos Aires ist eine der grössten ausserhalb von Israel.

    Auch die konservative Präsidentschaftskandidatin Patricia Bullrich verurteilte die Äusserungen. «So jemanden kann Javier Milei nicht als Verantwortlichen für die Bildung unserer Kinder vorschlagen. Er ist ein Barbar», schrieb sie auf X, ehemals Twitter. Krause bat später um Verzeihung. Er habe auf Defizite im Bildungssystem hinwiesen wollen und einen unangebrachten Vergleich gewählt.

    Am 22. Oktober wählen die Argentinier einen neuen Staatschef. Aus den Vorwahlen war der rechte Populist Milei überraschend als Favorit hervorgegangen, gefolgt von der konservativen früheren Innenministerin Bullrich und dem Wirtschaftsminister Sergio Massa aus dem linken Regierungslager.

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