Mobilfunkdaten können Virus-Ausbruch vorhersagen

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    China,

    Die Verfolgung von Mobilfunkdaten kann die geografische und zeitliche Ausbreitung des Coronavirus bis zu zwei Wochen im Voraus vorhersagen.

    Ein Mast mit verschiedenen Antennen von Mobilfunkanbietern. Foto: Jens Büttner/zb/dpa
    Ein Mast mit verschiedenen Antennen von Mobilfunkanbietern. Foto: Jens Büttner/zb/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Mit ihrem Modell könnten schon frühzeitig mögliche Übertragungsrisiken an verschiedenen Orten genau eingeschätzt und Vorbereitungen getroffen werden, erläutern die Forscher.

    Das ist das Ergebnis einer Studie, die im Wissenschaftsmagazin «Nature» veröffentlicht wurde. Die Forscher hatten mit anonymisierten Handydaten eines Telekombetreibers die Bevölkerungsströme aus der schwer von Sars-CoV-2 betroffenen zentralchinesischen Metropole Wuhan analysiert.

    Mit ihrem Modell könnten schon frühzeitig mögliche Übertragungsrisiken an verschiedenen Orten genau eingeschätzt und Vorbereitungen getroffen werden, erläutern die Forscher. «Dieser Ansatz kann von politischen Entscheidern in jedem Land mit den verfügbaren Daten benutzt werden, um eine schnelle und genaue Risikoeinschätzung zu treffen und die Bereitstellung begrenzter Ressourcen vor laufenden Ausbrüchen zu planen.»

    Der US-Wissenschaftler Nicholas Christakis von der Yale Universität und seine chinesischen und Hongkonger Kollegen hatten die Ortsbestimmung der Handys von elf Millionen Menschen ausgewertet, die sich vom 1. bis 24. Januar mindestens zwei Stunden in Wuhan aufgehalten hatten - einen Tag nach der Abriegelung der Stadt. Die Daten verglichen sie mit den Infektionsraten aus 296 Präfekturen in 31 Provinzen und Regionen in China.

    Die Bevölkerungsströme waren in der Zeit besonders gross, da die Reisewelle vor dem chinesischen Neujahrsfest am 25. Januar lief und Wuhan ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt in Zentralchina ist. Die Abschottung der Stadt war demnach sehr effektiv. Die Bevölkerungsabwanderung sei vom 22. auf den 23. Januar um 52 Prozent gefallen und einen Tag später um weitere 94 Prozent, ermittelten die Forscher anhand der Verortung der Handys.

    «Wenn sich Menschen fortbewegen, nehmen sie ansteckende Krankheiten mit sich», heisst es in der Studie. «Ihre Bewegungen sind deswegen ein Vorbote für den künftigen Status einer Epidemie - und das bietet die Aussicht, daten-analytische Techniken zu benutzen, um eine Epidemie zu kontrollieren, bevor sie zu stark zuschlägt.»

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