Schweizer Armee

    Israels Armee: Hamas-Absichten jahrelang falsch eingeschätzt

    Keystone-SDA
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    Israel,

    Laut einer Untersuchung hat Israels Armee die Hamas jahrelang falsch eingeschätzt. Warnsignale wurden missinterpretiert.

    hamas
    Die Hamas wurde von Israel jahrelang falsch eingeschätzt. - keystoen

    Das Wichtigste in Kürze

    • Israels Armee schätzte die Hamas jahrelang falsch ein.
    • Es war angenommen worden, dass sie nicht an einem grossangelegten Krieg interessiert sei.
    • Zudem wurde der Grenzzaun überschätzt und deshalb die Anzahl Soldaten reduziert.

    Israels Armee hat Berichten zufolge eine interne Untersuchung über ihre Versäumnisse vor und während des Terrorüberfalls der Hamas am 7. Oktober 2023 vorgelegt. Das Militär sei in der Zeit vor dem Massaker davon ausgegangen, dass die Hamas nicht an einem grossangelegten Krieg interessiert sei und sich nicht auf einen solchen vorbereite, fassten israelische Medien die Ergebnisse der Untersuchung zusammen.

    Geheimdienstmaterial sei trotz Warnsignalen über Jahre hinweg missinterpretiert worden. Geheimdienstmitarbeiter hätten es auch versäumt, eigene Annahmen zu hinterfragen, hiess es in den Berichten weiter.

    Mangelnde Vorbereitung und Fehleinschätzungen

    Israelische Soldaten stellten demnach auch in der Nacht vor dem Terrorüberfall zwar ungewöhnliche Aktivitäten der Hamas fest, wie etwa die Aktivierung israelischer SIM-Karten durch wichtige Mitglieder der Islamistenorganisation. Den bevorstehenden Grossangriff hätten sie jedoch nicht erkannt.

    Palästinensische Demonstranten stossen am Grenzzaun zu Israel mit israelischen Sicherheitskräften zusammen. Foto: Mohammed Talatene/dpa
    Israel hielt den Grenzzaun für unüberwindbar und reduzierte deshalb die Anzahl stationierter Soldaten. - dpa-infocom GmbH

    Israels Armee sei insgesamt nicht auf den Überraschungsangriff vorbereitet gewesen, hiess es weiter. Die Armee habe geglaubt, dass der Grenzzaun zu Israel nicht überwindbar sei. Truppen entlang der Grenze zum Gazastreifen seien deshalb reduziert worden.

    Mehr als 5000 Terroristen aus dem Gazastreifen drangen den Angaben zufolge am 7. Oktober 2023 nach Israel vor. Zu Beginn des Terrorangriffs seien auf der israelischen Seite der Gaza-Grenze nur 767 Soldaten stationiert gewesen.

    Medien fordern unabhängige Untersuchung

    Die Militärführung habe nicht erkannt, was vor sich ging, zitierten Medien aus der Untersuchung. Die Reaktion sei dadurch verzögert worden. Es habe insgesamt lange gedauert, bis israelische Einsatzkräfte die Kontrolle in Südisrael wiedererlangt hätten. In dieser Zeit seien viele Menschen ermordet und entführt worden.

    Laut der «Times of Israel» verbrachten Beamte Tausende Stunden mit den Ermittlungen für die Untersuchung. Israelische Medien kritisierten derweil, dass die Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu die Einrichtung einer unabhängigen staatlichen Kommission zur Untersuchung des Terrorüberfalls blockiere.

    Kritiker werfen Netanjahu vor, keine persönliche Verantwortung für das politische und militärische Versagen während des Hamas-Massakers zu übernehmen und sich an die Macht zu klammern.

    Kommentare

    User #2888 (nicht angemeldet)

    Was hat man dann bei Israel übersehen, einen schlafenden Wolf?

    User #2841 (nicht angemeldet)

    Es gibt andere Meinungen zum Thema, aber die werden zensuriert.

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