Iranischer Hardliner kommt in berüchtigtes Ewin-Gefängnis
Ein erzkonservativer Kleriker im Iran hat überraschend eine Haftstrafe antreten müssen.

Der Parlamentsabgeordnete Hamid Rassai, einer der einflussreichsten Stimmführer der Hardliner-Fraktion, wurde am Sonntag in eine Sonderabteilung für Geistliche im berüchtigten Ewin-Gefängnis der Hauptstadt Teheran überstellt, wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete.
Rassai muss nun für zehn Monate in Haft, wie das mit der Justiz verbundene Webportal Misan erklärte. Hintergrund ist ein Anfang 2024 publizierter Artikel über den einflussreichen Parlamentspräsidenten Mohammed Bagher Ghalibaf in einer konservativen Zeitung, die Rassai verantwortet. Als Herausgeber wurde er der Justiz zufolge wegen Verbreitung von Unwahrheiten verurteilt.
In dem damaligen Text der Wochenzeitung mit dem Titel «Ghalibafs Manipulation der Parlamentsdokumente!» ging es laut iranischen Medien um Vorwürfe, der Parlamentspräsident hätte Beschlüsse manipuliert. Das Gericht legte dies als falsche Behauptung «mit Täuschungsabsicht» aus.
Rassai war bei der iranischen Parlamentswahl im März 2024 Spitzenkandidat der sogenannten «Treuhänder»-Fraktion. Sie zählt zum erzkonservativen Flügel der iranischen Politik, steht etwa einer Annäherung an die USA und andere westliche Staaten ablehnend gegenüber und tritt für eine strikte Durchsetzung der islamischen Kleidervorschriften ein.










