Ines Geipel erhält Geschwister-Scholl-Preis
Die deutsche Autorin Ines Geipel erhält für ihr Buch «Landschaft ohne Zeugen. Buchenwald und der Riss der Erinnerung» den Geschwister-Scholl-Preis 2026. Die Jury lobte besonders die Verbindung von historischer Genauigkeit, geistiger Unabhängigkeit und verantwortlichem Urteil.

Der Landesverband Bayern des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels sowie die bayerische Hauptstadt München wollen Geipel den mit 10.000 Euro dotierten Preis nach eigenen Angaben am 24. November verleihen.
«Buchenwald ist ein historischer Ort und ein politischer Erinnerungsraum», erläuterte die Jury. In ihrem im S. Fischer-Verlag erschienenen Werk untersuche Geipel, «wie sich über die Geschichte des Lagers Deutungen gelegt haben, die bis heute bestimmen, was sichtbar wird, was erinnert werden kann und was aus dem Gedächtnis verschwindet».
Das Buch gewinne seine Überzeugungskraft aus der Nähe zum Material. «Archive, Dokumente und Biografien öffnen einen Blick auf jene Brüche, die politische Erinnerungserzählungen geschlossen erscheinen lassen.» Dabei erscheint Erinnerung der Jury zufolge bei Geipel nie als gesicherter moralischer Besitz.
«Wer sprechen darf, wessen Zeugnis Autorität erhält und welche Erfahrungen in den vertrauten Kategorien von Opfer, Täter und Widerstand keinen Platz finden, gehört zu den Fragen, die dieses Buch offenhält.»










