Indischer Ex-Politiker wird live im Fernsehen getötet

Felix Kirsch
Felix Kirsch

Indien,

Ein ehemaliger Abgeordneter des indischen Parlaments wurde während einer Live-Schaltung im indischen Fernsehen erschossen.

India Shooting on Live TV
Der ehemalige indische Abgeordnete Atiq Ahmed wurde vor laufenden Kameras erschossen. Die Täter hatten sich als Journalisten getarnt. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • In Indien wurde ein ehemaliger Abgeordneter live im Fernsehen getötet.
  • Bilder der Tat verbreiteten sich rasch im Netz.
  • Oppositionelle kritisieren die Regierung.

Ein ehemaliger Abgeordneter des indischen Parlaments, der wegen Entführung verurteilt worden war, wurde gemeinsam mit seinem Bruder erschossen. Die Tragödie passierte, als sie die Polizei zu einer medizinischen Untersuchung begleitete. Das Ganze wurde am Samstag live im indischen Fernsehen übertragen.

Tat verbreitet sich rasant im Netz

Die Aufnahmen der Ermordung der beiden Männer wurden über die sozialen Medien rasch verbreitet. Videos zeigen, wie ein Bewaffneter über die Schultern der Polizisten greift. Und mit einer Pistole auf die Schläfe des ehemaligen Parlamentarier Atiq Ahmed zielt.

Sein Bruder Ashraf Ahmed wurde ebenfalls getötet – beide Opfer starben innerhalb weniger Minuten. Die Polizei nahm noch vor Ort drei Tatverdächtige in Gewahrsam.

Medienberichten zufolge hatten sich die Angreifer als akkreditierte Journalisten ausgegeben. Einer der Täter stellte sich unmittelbar nach den Schüssen.

Politiker reagieren bestürzt

Der Vorsitzende der oppositionellen Samajwadi-Partei, Akhilesh Yadav, sagte: Die Ermordung seines ehemaligen Parteimitglieds in Polizeigewahrsam zeige das Versagen der Regierungspartei. Vor allem bei der Durchsetzung von Recht und Ordnung im Bundesstaat Uttar Pradesh.

«Wenn jemand inmitten des Sicherheitskordons der Polizei durch offenes Feuer getötet werden kann. Wie steht es dann um die Sicherheit der Öffentlichkeit?», äusserte sich der Oppositionellen-Politiker via Twitter.

Atiq Ahmed werden diverse Taten zur Last gelegt, unter anderem Mord, Erpressung und Kidnapping. Im März wurde er zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.

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