Chinas Wirtschaft wächst 2022 nur noch um drei Prozent

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    Die strikten Corona-Massnahmen haben die zweitgrösste Volkswirtschaft schwer belastet. Zwar zeichnet sich in diesem Jahr eine Erholung ab. Doch warnen Ökonomen vor zu hohen Erwartungen.

    Mitarbeiter arbeiten an einem Fliessband der nordchinesischen FAW-Volkswagen-Basis.
    Mitarbeiter arbeiten an einem Fliessband der nordchinesischen FAW-Volkswagen-Basis. - Zhao Zishuo/XinHua/dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Vor dem Hintergrund der chaotischen Corona-Lage und anderer wirtschaftlicher Probleme hat China sein Wachstumsziel für das abgelaufene Jahr verfehlt.

    Wie das Statistikamt in Peking am Dienstag mitteilte, legte die zweitgrösste Volkswirtschaft im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent zu. Das Wachstum im vierten Quartal wurde mit 2,9 Prozent angegeben.

    Die Regierung hatte für 2022 ein Ziel von rund 5,5 Prozent angestrebt, was nicht erreicht werden konnte. 2021 war Chinas Wirtschaft noch um 8,4 Prozent gewachsen. Ökonomen hatten im Vorfeld mit einem noch schwächeren Wachstum gerechnet. So prognostizierte die Weltbank ein Jahreswachstum von lediglich 2,7 Prozent für die chinesische Wirtschaft.

    Abrupte Kehrtwende bei Corona-Massnahmen

    Besonders die strikte Null-Covid-Strategie mit Lockdowns und anderen Beschränkungen bremste im abgelaufenen Jahr die chinesische Wirtschaft, die aber auch unter einer schweren Immobilienkrise, hoher Verschuldung und schwacher heimischer Nachfrage leidet. Am 7. Dezember vollzog die Führung in Peking eine abrupte Kehrtwende und schaffte nach gut drei Jahren die meisten Corona-Massnahmen ab. Doch breitet sich das Coronavirus seitdem rasant im Land aus, was sich nun ebenfalls negativ auf die Wirtschaftstätigkeit auswirkt.

    Viele Metropolen glichen im Dezember Geisterstädten, da die Menschen wegen Erkrankungen oder aus Angst vor einer Infektion nicht vor die Tür gingen. Mittlerweile normalisiert sich das Leben zwar wieder. Doch gibt es weiterhin Berichte über überlastete Krankenhäuser und Krematorien.

    Die staatliche Gesundheitskommission gab die Zahl der Corona-Opfer seit Anfang Dezember zuletzt mit rund 60.000 an. Hochrechnungen internationaler Experten gehen jedoch von deutlich höheren Zahlen aus. Nach Schätzungen des in London ansässigen Datenverarbeiters Airfinity soll es seit Anfang Dezember schon über 400.000 Tote gegeben haben. Bis Ende April könnte die Zahl der Corona-Toten demnach auf 1,7 Millionen anwachsen.

    Vertrauen der Konsumenten hat gelitten

    Deutsche Unternehmen hoffen darauf, dass sich Chinas Wirtschaft in diesem Jahr erholen wird. «Chinas jüngste Abkehr von der Null-Covid-Politik ist eine begrüssenswerte Entwicklung und wird mittel- und langfristig zur Wiederherstellung des Geschäftsvertrauens beitragen», sagte Jens Hildebrandt, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Deutschen Handelskammer (AHK) in Peking.

    «Ab dem zweiten oder dritten Quartal erwarten viele Unternehmen eine positivere Entwicklung für Ihr Geschäft.» Dies sei allerdings abhängig vom Vertrauen der Konsumenten, was in den vergangenen Jahren gelitten habe.

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