In Ägypten halten sich nach Angaben von Präsident Abdel Fattah al-Sisi zurzeit rund sechs Millionen Migranten auf. «Wir verlangen dafür keine Gegenleistung.»
ARCHIV - Abdel Fattah al-Sisi, Präsident von Ägypten, im Dezember bei einem Besuch in Frankreich. Foto: Michel Euler/AP Pool/dpa
ARCHIV - Abdel Fattah al-Sisi, Präsident von Ägypten, im Dezember bei einem Besuch in Frankreich. Foto: Michel Euler/AP Pool/dpa - sda - Keystone/AP Pool/Michel Euler

Das Wichtigste in Kürze

  • In Ägypten halten sich zurzeit rund sechs Millionen Migranten auf.
  • Dies betonte Staatspräsident Abdel Fattah al-Sisi – er erwarte aber keine Gegenleistung.

In Ägypten halten sich nach Angaben von Staatspräsident Abdel Fattah al-Sisi zurzeit rund sechs Millionen Migranten auf. Seine Regierung habe aber seit September 2016 verhindert, dass Migranten illegal nach Europa aufbrechen, sagte er der «Welt» (Samstag). «Wir verlangen dafür keine Gegenleistung von Europa. Wir denken auch gar nicht daran, das für politische oder ökonomische Erpressung einzusetzen», betonte er.

Doch brauche es neue Ansätze. «Natürlich können Sie nicht jeden illegalen Migranten aufnehmen.» Aber Europa solle sich «an einer Regulierung legaler Migration beteiligen», schlug er vor.

Ägypten
Palästinenser warten am Grenzübergang Rafah im südlichen Gazastreifen auf die Einreise nach Ägypten. - keystone

Flüchtlingsorganisationen sowie manche Herkunfts- und Transitstaaten fordern schon länger, Europa müsse mehr rechtliche Möglichkeiten für die legale Einwanderung von Migranten eröffnen.

Europa soll Wirtschaft in Ägypten unterstützen

Weiter sagte der autoritär herrschende Präsident des mit gut 101 Millionen Menschen bevölkerungsreichsten Landes in der arabischen Welt, Europa könne helfen, wirtschaftliche Perspektiven in Ägypten zu schaffen, wo jedes Jahr mehr als eine Million junger Menschen neu auf den Arbeitsmarkt drängten. «Arbeitsplätze können nur entstehen, wenn Europa uns hilft, Industrien aufzubauen, und sei es auch in Konkurrenz zu seinen eigenen.»

Zehn Jahre nach dem Sturz von Ägyptens Langzeitherrscher Husni Mubarak hatten Menschenrechtler jüngst die schlechte Menschenrechtslage in dem Land angeprangert, wo unter Führung Al-Sisis die Regierung mit harter Hand gegen Kritiker und Gegner vorgeht. Menschenrechtler würden willkürlich verhaftet und gefoltert, und Tausende Ägypter sässen in Haft.

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