Regierung

    US-Regierung verbietet Einreisen aus Brasilien

    DPA
    DPA

    USA,

    Lateinamerika hat sich zum neuen Coronavirus-Epizentrum entwickelt. Am schlimmsten ist Brasilien betroffen. Präsident Bolsonaro versteht sich gut mit seinem US-Kollegen - doch jetzt greift Trump durch.

    US-Regierung verbietet wegen Coronavirus Einreisen aus Brasilien. Foto: Elaine Thompson/AP/dpa
    US-Regierung verbietet wegen Coronavirus Einreisen aus Brasilien. Foto: Elaine Thompson/AP/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • USA reagiert auf die hohen Infektionszahlen von Brasilien und verbietet Einreisen.
    • Die Regelung gilt ab Freitag und ist zeitlich nicht begrenzt – es gibt Ausnahmen.

    Angesichts der rasant steigenden Zahl von Corona-Infektionen in Brasilien hat die US-Regierung weitgehende Einreisebeschränkungen für Menschen aus dem südamerikanischen Land erlassen.

    Brasilianer und Ausländer, die sich in den zwei Wochen vor einer geplanten Einreise in dem Land aufgehalten haben, dürfen nicht mehr in die USA kommen, wie das Weisse Haus erklärte.

    jair bolsonaro trump
    Donald Trump und Jair Bolsonaro zeigten sich in der Öffentlichkeit als enge Verbündete. (Archivbild) - AFP

    Die Regelung gilt ab Freitag und ist zeitlich nicht begrenzt. Ausgenommen davon sind unter anderem US-Bürger, deren Familienangehörige, Menschen mit dauerhafter Aufenthaltsgenehmigung und Diplomaten.

    Handel nicht betroffen

    «Die Massnahme wird dabei helfen, sicherzustellen, dass Ausländer, die in Brasilien waren, keine Quelle neuer Infektionen in unserem Land werden», erklärte die Sprecherin von Präsident Donald Trump, Kayleigh McEnany.

    Der Handel sei von den neuen Beschränkungen nicht betroffen, hiess es weiter. Brasilien ist mit rund 210 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land Lateinamerikas. In dem Land ist unter anderem die Wirtschaftsmetropole São Paulo - aus der es Direktflüge in die USA gibt - schwer von der Coronavirus-Pandemie betroffen.

    Donald Trump
    Der US-Präsident Donald Trump wuste von der Gefahr des Coronavirus. - AP Photo

    Wegen der Ausbreitung des Erregers hatte Trump bereits strikte Einreisestopps für Ausländer aus China, dem europäischen Schengenraum, Grossbritannien und Irland verhängt.

    Auch Reisen über die amerikanische Grenze zu Kanada im Norden und Mexiko im Süden sind wegen der Pandemie vorübergehend teilweise eingeschränkt. Die US-Regierung werde zudem die Lage in anderen lateinamerikanischen Staaten genau beobachten, sagte Trumps Nationaler Sicherheitsberater Robert O'Brien am Sonntag dem Fernsehsender CBS.

    350'000 Infektionen in Brasilien

    In Brasilien gab es Daten der US-Universität Johns Hopkins zufolge rund 350.000 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus und 22'000 Todesfälle.

    Brasilien hat damit in absoluten Zahlen weltweit inzwischen die zweitmeisten Infektionen registriert, Russland folgt dicht dahinter auf dem dritten Platz.

    Coronavirus
    Mehrere Särge werden während der Corona-Pandemie in einem selben Grab in einem brasilianischen Friedhof nebeneinander gestellt. - dpa

    Die USA haben die traurige Ehre, die Nummer eins zu sein: Dort gibt es inzwischen gut 1,6 Millionen bekannte Infektionen und knapp 100.000 Todesfälle.

    Der Nothilfe-Koordinator der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Michael Ryan, hatte am Freitag gewarnt, dass Südamerika das «neue Epizentrum der Krankheit» sei. «Das am meisten betroffene» Land dort sei dabei sicher Brasilien.

    Jair Bolsonaro hat Coronavirus verharmlost

    Brasiliens rechtspopulistischer Präsident Jair Bolsonaro hatte die vom Coronavirus ausgehende Bedrohung zunächst heruntergespielt und lehnt Einschränkungen ab, die der Wirtschaft schaden könnten.

    Inzwischen hat er wegen der Pandemie bereits zwei Gesundheitsminister verschlissen. Bolsonaro und Aussenminister Ernesto Araújo äusserten sich zunächst nicht zu dem Einreiseverbot.

    jair bolsonaro coronavirus
    Jair Bolsonaro, Brasiliens Präsident, hatte das Coronavirus immer wieder verharmlost. Zuletzt hatte der Populist auch bei der Impf-Beschaffung versagt. - AFP

    Das brasilianische Nachrichtenmagazin «Veja» schrieb, dass die Spatzen von den Dächern gepfiffen hätten, dass die USA trotz der sogenannten guten Beziehungen zwischen Präsident Bolsonaro und dem US-Präsidenten unter grossen Druck ständen, ihre Grenzen für Brasilianer zu schliessen.

    Brasilien werde von der Welt nun «als Bedrohung» wahrgenommen, zitierte «Veja» den ehemaligen brasilianischen Botschafter in den USA, Rubens Ricupero. Auch Bolsonaros Kuschelkurs gegenüber Trump habe Brasilien daher keinen Schutz geboten.

    Kommentare

    Weiterlesen

    1 Interaktionen
    Washington
    Schweizer Bayern München
    Sforza, Sutter, Shaq
    Fussball
    402 Interaktionen
    Corona-Ticker

    MEHR IN NEWS

    canonica
    1 Interaktionen
    In der Romandie
    Schulproteste Frankreich Paris
    Schulproteste
    Schweinshaxen-Terrine
    Wallis
    Ex-US-Aussenminister John Kerry
    Klima- & Meeresschutz

    MEHR REGIERUNG

    MEHR AUS USA

    Paramount Warner Bros. Discovery
    Skydance
    Eva Marie Saint
    Oscar-Preisträgerin
    Google
    Neue Version
    Apple iOS 27.2
    1 Interaktionen
    Änderung