Rekordentschädigung für ehemalige US-Todeskandidaten

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    USA,

    Zwei Halbbrüder sitzen über 30 Jahre lang unschuldig im Gefängnis. Nach ihrer Freilassung strengen sie eine Zivilklage gegen die Strafverfolgungsbehörden an. Jetzt gab es eine Entscheidung.

    Henry McCollum 2014 in Raleigh nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis. Foto: Michael Biesecker/AP/dpa
    Henry McCollum 2014 in Raleigh nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis. Foto: Michael Biesecker/AP/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Mehr als drei Jahrzehnte sassen zwei Brüder in den USA zu Unrecht hinter Gittern, nun bekommen sie 84 Millionen Dollar Entschädigung.

    Eine Jury im Bundesstaat North Carolina sprach Henry McCollum und Leon Brown laut US-Medien je eine Million Dollar pro verbrachtem Jahr im Gefängnis plus 13 Millionen Dollar Bussgeld zu.

    Zudem hatte den Berichten zufolge das Büro des Sheriffs im Bezirk Robeson separat einer Zahlung von neun Millionen Dollar zugestimmt. Damit bekommen sie umgerechnet insgesamt rund 69 Millionen Euro.

    Die Halbbrüder, die den Berichten zufolge beide geistig behindert sind, waren als Teenager für die Vergewaltigung und den Mord an einem elfjährigen Mädchen im Jahr 1983 festgenommen und später zum Tode verurteilt worden. Sie hatten damals Geständnisse abgelegt, diese später aber widerrufen. In den 90er Jahren wurde Browns Strafe in lebenslang umgewandelt. 2014 hatte ein DNA-Test dann beiden zur Freiheit verholfen. Anhand einer Zigarette vom Tatort waren Spuren sichergestellt worden, die zu einem anderen Mann führten.

    Nach ihrer Freilassung waren die beiden schwarzen Brüder den Berichten zufolge in einer Zivilklage auf Bundesebene gegen die Strafverfolgungsbehörden vorgegangen. «Die Jury hätte keine stärkere Botschaft aussenden können, dass die Bürger dieses Landes kein Fehlverhalten der Strafverfolgungsbehörden tolerieren und nicht länger blind ihren Aussagen über an den Rand gedrängte Gruppen glauben werden», sagte Anwalt Elliot S. Abrams der «Washington Post» am Sonntag.

    «Ich danke Gott», hatte McCollum nach dem Urteilsspruch am Freitag unter Tränen gesagt, wie die Regionalzeitung «The News & Observer» berichtete. «Ich habe meine Freiheit», fügte er demnach später hinzu. Aber: «Es gibt immer noch eine Menge unschuldiger Menschen im Gefängnis. Und sie verdienen es nicht, dort zu sein.» Seit ihrer Entlassung versuchten McCollum und Brown, ihr Leben neu aufzubauen - ein Prozess, der sich nach 31 Jahren Haft als schwierig erweise, schrieb das Blatt. Beide benötigten Vormunde, um ihre Finanzen zu verwalten. Brown sei als Folge der Haft pflegebedürftig.

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