Polizei stürmt Gefängnis nach Meuterei in Guatemala

Keystone-SDA
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Guatemala,

Nach Meutereien in drei Gefängnissen in Guatemala hat die Polizei eine der Haftanstalten gestürmt und die dort als Geiseln genommenen Wärter befreit. Das Gefängnis in der Stadt Escuintla sei wieder unter der Kontrolle der Sicherheitskräfte, teilte die Polizei mit. Bei dem Einsatz sei der Anführer der Bande Mara 18 ergriffen worden. Auf Fotos war zu sehen, wie schwer bewaffnete Beamten ihn abführten.

Sicherheitskräfte dringen in das Hochsicherheitsgefängnis Renovation ein, um Wärter, die als Geiseln genommen wurden, zu befreien. Foto: Moises Castillo/AP/dpa
Sicherheitskräfte dringen in das Hochsicherheitsgefängnis Renovation ein, um Wärter, die als Geiseln genommen wurden, zu befreien. Foto: Moises Castillo/AP/dpa - Keystone/AP/Moises Castillo

Die Rettungsdienste meldeten daraufhin eine Reihe von Angriffen auf Polizisten im Grossraum von Guatemala-Stadt. Mindestens fünf Beamte kamen ums Leben und acht weitere wurden verletzt, als Unbekannte das Feuer auf sie eröffneten, teilte ein Sprecher der Feuerwehr mit.

Zuvor hatten Häftlinge in den drei Gefängnissen rund 40 Wärter als Geiseln genommen. Gefangene zeigten sich auf den Wachtürmen und forderten Verbesserungen der Haftbedingungen, wie in einem Video der Zeitung «Prensa Libre» zu sehen war. Polizei und Militär umstellten die Gefängnisse in Guatemala-Stadt, Escuintla und Quetzaltenango. Eine schwangere Justizvollzugsbeamtin liessen die Häftlinge frei.

Die Aufstände seien eine Folge der Entscheidung der Behörden, den inhaftierten Anführern krimineller Banden ihre Privilegien zu entziehen, hiess es in einer Stellungnahme des Innenministeriums. So seien bei Razzien in den Haftanstalten zuletzt Mobiltelefone, Waffen sowie Drogen sichergestellt und illegale Bauten in den Gefängnissen zerstört worden, teilte die Gefängnisverwaltung des mittelamerikanischen Landes mit.

«Ich werde mich nicht erpressen lassen und werde ihnen ihre Privilegien nicht zurückgeben», sagte Innenminister Marco Antonio Villeda. «Wenn es nötig ist, staatliche Gewalt anzuwenden, um die Kontrolle über diese Haftanstalten wiederzuerlangen, dann werden wir das tun.»

In Mittelamerika kontrollieren mächtige Jugendgangs – die sogenannten Maras – ganze Stadtviertel und sind in Schutzgelderpressung sowie Drogenhandel verwickelt. Die inhaftierte Bandenchefs steuern ihre kriminellen Geschäfte oft weiterhin aus dem Gefängnis heraus.

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