Nach Schuss durch ICE-Beamten: Vorwürfe gegen Migranten
Ein Mann, der kürzlich in der texanischen Grossstadt Austin von einem Beamten der umstrittenen US-Einwanderungsbehörde ICE angeschossen worden ist, sieht sich nun selbst mit Anschuldigen konfrontiert. Dem Venezolaner wird unter anderem Körperverletzung eines Bundesbeamten vorgeworfen, wie das US-Justizministerium mitteilte.

Er soll sich bei einer Kontrolle durch ICE-Beamte vor knapp anderthalb Wochen Anweisungen widersetzt haben, aus seinem Auto auszusteigen, und beim Wegfahren einen der Beamten mit dem Seitenspiegel seines Fahrzeugs am Oberkörper getroffen haben. Dem 28-Jährige wird zudem vorgeworfen, bei einer darauffolgenden Verfolgungsjagd versucht zu haben, einen der Beamten mit seinem Auto zu rammen. Das wiederum habe den Beamten dazu bewegt, seine Pistole abzufeuern, hiess es.
Der Venezolaner hält sich laut dem Justizministerium ohne gültige Aufenthaltspapiere in den USA auf und sollte abgeschoben werden. An diesem Dienstag erschien er demnach wegen des Vorfalls in Austin erstmals vor einem Gericht in Texas. Im Fall einer Verurteilung drohten ihm bis zu 20 Jahre Haft, teilte das Justizministerium mit.
Der Vorfall hatte in den USA für Aufsehen und Kritik gesorgt – in einer Zeit, in der die teils brutalen Einsätze der von US-Präsident Donald Trump massiv verstärkten Behörde im Land ohnehin für viel Unmut sorgen. Eine Kugel des ICE-Beamten hatte sich laut dem Sender CBS News nahe der Wirbelsäule des Venezolaners festgesetzt und war Stand vergangener Woche noch nicht entfernt worden. Aktuell befindet sich der Mann demnach in einer ICE-Haftanstalt in Texas.
Trump rühmt sich gerne mit seinem sehr harten Kurs gegen Migranten: Er fordert Massenabschiebungen und setzt dabei vor allem auf die umstrittene Bundesbehörde ICE, deren Beamte Razzien und Festnahmen übernehmen. Besonders viel Kritik und landesweite Proteste gab es Anfang des Jahres, nachdem Schüsse von Bundesbeamten im Bundesstaat Minnesota zwei US-Amerikaner getötet hatten.









