Donald Trump erwägt offenbar Verzug des Truppenabzugs aus Syrien

    AFP
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    USA,

    Donald Trump hatte am 19. Dezember den vollständigen Abzug der rund 2000 US-Soldaten aus Syrien angekündigt und erklärt, der IS sei «weitgehend besiegt».

    Lindsey Graham spricht mit Pressevertretern.
    Am Wochenende war der Trump-Verbündete Lindsey Graham im Alter von 71 Jahren überraschend gestorben. - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Laut Lindsey Graham erwägt Donald Trump einen verzögerten Truppenabzug aus Syrien.
    • Trump denke «lang und hart» über den Ablauf des Truppenrückzugs nach, sagte der Senator.

    US-Präsident Donald Trump erwägt nach Angaben des einflussreichen republikanischen Senators Lindsey Graham eine Verzögerung des Abzugs der US-Truppen aus Syrien, bis die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) vollständig besiegt ist. «Der Präsident versteht die Notwendigkeit, die Arbeit zu Ende zu bringen», sagte Graham am Sonntag nach einem zweistündigen Gespräch mit dem Präsidenten in Washington. Bislang hatte Trump betont, der Abzug solle sofort erfolgen.

    Bei dem Treffen im Weissen Haus habe ihm der Präsident «Dinge gesagt, die ich nicht wusste und die mir ein viel besseres Gefühl dazu geben, worauf wir in Syrien zusteuern», sagte Graham. Er gehe davon aus, dass Trump entschlossen ist, den IS vor dem Truppenabzug «vollständig» zu besiegen.

    Trump denke «lang und hart» über Syrien und den Ablauf des Truppenrückzugs nach, sagte Graham weiter. Dabei spiele für Trump auch der Schutz der mit den USA verbündeten kurdischen Milizen eine Rolle. Die Kurden im Norden Syriens fürchten nach dem Abzug der US-Truppen eine weitere Offensive der Türkei. Ausserdem solle der Iran nicht der «grosse Gewinner» des Rückzugs der USA werden.

    Kurden würden «massakriert»

    Der Präsident hatte am 19. Dezember den vollständigen Abzug der rund 2000 US-Soldaten aus Syrien angekündigt und erklärt, der IS sei «weitgehend besiegt». Die überraschende Ankündigung stiess nicht nur bei den Verbündeten Washingtons im Kampf gegen den IS auf Unverständnis, sondern löste auch in den USA scharfe Kritik aus.

    Graham hatte Trump vor dem Treffen aufgefordert, den Truppenabzug zu überdenken. Im Fernsehsender CNN sagte Graham, der IS sei noch nicht besiegt. Es müsse sicher gestellt werden, dass die Dschihadistenmiliz «niemals» zurückkehre. Er wollte Trump auffordern, darüber mit seinen Generälen zu beraten. Graham hatte Trumps Entscheidung bereits zuvor als «grossen Fehler» bezeichnet.

    Wenn die US-Truppen jetzt abzögen, würden die Kurden «massakriert», sagte der Senator. Und «wenn wir die Kurden im Stich lassen und sie massakriert werden, wer wird uns künftig helfen?», fügte er hinzu. Der frühere Kritiker Trumps, der jetzt als sein Vertrauter gilt, warnte ausserdem davor, Syrien den Iranern zu «übergeben». Nach seinen Worten wäre das für Israel ein «Albtraum».

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