Angriff auf Öl-Anlagen: USA zur Freigabe von Reserven bereit

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    Die angegriffen Raffinerien gelten als Herzstück der saudischen Öl-Industrie. Der Anschlag schürt Sorgen über einen Ölpreisanstieg. Die USA reagieren, die IEA sieht bisher keine Versorgungsprobleme.

    Die USA sind bereit, Ölreserven freizugeben. Foto: Sebastian Widmann/Archiv
    Die USA sind bereit, Ölreserven freizugeben. Foto: Sebastian Widmann/Archiv - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Nach den Drohnenangriffen auf die grösste Ölraffinerie in Saudi-Arabien sind die USA im Fall von Engpässen zur Freigabe von Ölreserven bereit.

    Damit könne etwaigen Störungen der Ölmärkte entgegengewirkt werden, teilte die Sprecherin des US-Energieministeriums, Shaylyn Hynes, mit.

    Energieminister Rick Perry habe die Führung seines Ministeriums angewiesen, in dieser Hinsicht mit der Internationalen Energieagentur (IEA) in Paris zusammenzuarbeiten. Die strategischen Ölreserven der USA umfassen nach Ministeriumsangaben 630 Millionen Barrel.

    Die IEA hatte zunächst keine Versorgungsprobleme gesehen. Vorerst seien die Märkte gut mit reichlich kommerziellen Beständen versorgt, teilte die IEA mit Sitz in Paris mit. «Wir stehen in Kontakt mit den saudischen Behörden sowie mit den wichtigsten Produzenten- und Verbrauchernationen.» Man verfolge die Situation in Saudi-Arabien aufmerksam. Experten erwarten zum Wochenstart Turbulenzen an den Ölmärkten.

    Die Auswirkungen auf den deutschen Markt und für die Autofahrer hierzulande dürften sich nach Einschätzung des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV) jedoch in Grenzen halten. «Aus Saudi-Arabien kommt kaum Öl nach Deutschland - 2018 war es ein Prozent», sagte eine Verbandssprecher der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage. «Eine Engpass-Gefahr beim Öl besteht für Deutschland also nicht.»

    Die grösste Ölraffinerie in Saudi-Arabien war am Wochenende mit Drohnen angegriffen worden. Die Angriffe haben nach offiziellen Angaben aus Riad zu einem Einbruch der Produktionsmenge geführt.

    Die Ölproduktion sei infolge der «terroristischen Attacken» um 5,7 Millionen Barrel auf etwa die Hälfte des üblichen Volumens zurückgegangen, berichtete die staatliche saudische Nachrichtenagentur SPA unter Berufung auf Energieminister Prinz Abdulasis bin Salman bin Abdulasis. Dabei handele es sich aber nur um einen vorübergehenden Effekt, der zudem durch die Einspeisung vorhandener Ölreserven in den Markt teilweise kompensiert werde.

    Am Sonntag knickten zum Handelsbeginn an der Börse in Riad die Aktienkurse ein. Der Leitindex fiel zunächst um 3,1 Prozent, erholte sich danach aber teilweise von den scharfen Verlusten.

    Die Drohnenangriffe hatten am frühen Samstagmorgen Brände in zwei Raffinerie-Komplexen des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco in Abkaik und Churais ausgelöst. Zu den Angriffen hatten sich die Huthi-Rebellen aus dem benachbarten Jemen bekannt. US-Aussenminister Mike Pompeo machte den Iran direkt für die Attacken verantwortlich.

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