Seltene Art: Dieser Japaner verweigert das Ladekabel
329 PS, Handschaltung, pure Mechanik: Der Honda Civic Type R trotzt dem Elektro-Trend und liefert kompromisslose analoge Fahrfreude für wahre Puristen.

Selbst auf Schweizer Alpenpässen prägen mittlerweile schwere Elektro-SUVs und lautlos gleitende Allradlimousinen das automobile Strassenbild. Doch Honda verweigert die bedingungslose Unterwerfung unter die softwaregesteuerte Gleichmacherei mit bemerkenswerter Konsequenz.
Der neue Civic Type R rollt als kompromissloser Sportler für passionierte Puristen in die Schweizer Schauräume. Unter der markanten Aluminiumhaube verrichtet ein hochentwickelter Zweiliter-VTEC-Turbobenziner seinen Dienst.

Das aufgeladene Vierzylinder-Triebwerk mobilisiert beeindruckende 329 PS sowie ein maximales Drehmoment von 420 Newtonmetern. Aus dem Stand beschleunigt der japanische Fronttriebler in nur 5.4 Sekunden auf Landstrassentempo 100.
Präzisionswerkzeug für die Passstrasse
Die Höchstgeschwindigkeit von 275 km/h bleibt auf Schweizer Autobahnen freilich eine rein theoretische Kennziffer. Das eigentliche Terrain eröffnet sich erst zwischen den engen Haarnadelkurven unserer Bergstrassen.
Dort krallt sich das mechanische Torsen-Sperrdifferenzial mit unerschütterlicher Traktion in den kalten Asphalt. Speziell abgestimmte Michelin Pilot Sport 4S auf 19-Zoll-Felgen bauen enorme Seitenführungskräfte ohne störendes Untersteuern auf.

Vorne beissen Vierkolben-Festsättel von Brembo kraftvoll in zweiteilige 350-Millimeter-Scheiben. Das adaptive Fahrwerk filtert Bodenwellen souverän und garantiert im «+R»-Modus eine kompromisslos straffe Karosserieanbindung.
Analoge Faszination gegen den digitalen Trend
Während die europäische Konkurrenz fast ausnahmslos auf Doppelkupplungsgetriebe setzt, zelebriert Honda die klassische Handschaltung. Der kugelförmige Aluminium-Schaltknauf begeister mit extrem kurzen Wegen und satter mechanischer Rückmeldung.
Beim Herunterschalten setzt die elektronische Zwischengasfunktion punktgenaue Drehzahlsprünge für maximale Stabilität beim Anbremsen. Die sportlich tief montierten Schalensitze bieten erstklassigen Seitenhalt bei schnellen Richtungswechseln.

Dadurch entsteht eine unmittelbare Verbindung zwischen Mensch und Maschine, die in modernen Sportwagen selten geworden ist. Honda beweist eindrücklich, dass echte Fahrfreude nicht durch Computerprogramme, sondern durch mechanische Finesse entsteht.
Das automobile Vermächtnis einer Epoche
Mit einem Basispreis von rund 56'800 Franken positioniert sich der Japaner im sportlichen Kompaktsegment. Verschärfte Abgasgesetze und der globale Wandel zur Elektromobilität besiegeln jedoch das unausweichliche Ende dieser reinrassigen Fahrzeugspezies.
Der Schweizer Generalimporteur in Satigny erhält pro Kalenderjahr lediglich ein stark limitiertes Kontingent des Kompaktsportlers. Wer einen Kaufvertrag für den begehrten Flitzer unterzeichnet, erwirbt natürlich kein gewöhnliches Transportmittel für monotone Pendlerfahrten über die A1.
Vielmehr investieren Enthusiasten in das automobile Vermächtnis einer Ära, die Leidenschaft stets über sterile Effizienz stellte. Gut gemacht, Honda!







