So funktioniert das Gehirn einer Katze

Maike Lindberg
Maike Lindberg

Bern,

Katzen sind erstaunliche Wesen – und ganz besonders trifft das Prädikat ihre Gehirnfunktion. Denn: Trotz Walnussgrösse ist es zu wahren Höchstleistungen fähig.

Katze Gehirn
Fragst du dich auch manchmal, was im Kopf deiner Katze vorgeht? - Depositphotos

Warum reagieren Katzen manchmal so rätselhaft? Was steckt hinter ihrem Blick und ihren Eigenarten? Die Antwort liegt im Katzengehirn – und das ist viel komplexer, als wir im Allgemeinen so denken.

Neugierig geworden? Lies weiter: Du wirst überrascht sein, wie clever dein Haustier ist!

Kleines Gehirn mit grosser Leistung

Katzen wirken so völlig anders als wir Menschen, fast schon rätselhaft. Doch hinter ihren Augen arbeitet ein Gehirn, das fast 90 Prozent der menschlichen Struktur teilt.

Obwohl es nur so gross wie eine Walnuss ist, steckt darin eine erstaunliche Leistungsfähigkeit. Die Faltung der Oberfläche maximiert die Kapazität und ermöglicht komplexe Denkprozesse.

katze Gehirn
Trotz ihres vergleichsweise kleinen Gehirns sind Katzen zu erstaunlichen Denkleistungen fähig. - Depositphotos

Selbst im Vergleich zu anderen Tieren punktet das Gehirn mit seiner Effizienz und Vielseitigkeit. Diese zeigen sich zum Beispiel in folgenden Eigenschaften.

Ererbte Instinkte

Jede Katze ist ein Naturtalent beim Jagen. Ihr Gehirn ist darauf ausgelegt, Beute zu verfolgen, zu fangen und zu töten.

Selbst eingefleischte Hauskatzen zeigen diese Verhaltensweisen, weil sie tief in den Genen verankert sind.

Beim Spielen trainieren sie ihre Instinkte und bekommen dabei einen Dopamin-Schub. Das übersetzt sich ganz praktisch in ihr Jagdverhalten und ist folglich schwer zu unterdrücken.

Schlaf als Turbo für das Gehirn

Katzen schlafen bis zu 16 Stunden am Tag. In dieser Zeit verarbeitet ihr Gehirn Erlebnisse und festigt Erinnerungen. Besonders im REM-Schlaf träumen sie oft – man sieht es an den zuckenden Pfoten.

Allerdings: Bekommen die Tiere zu wenig Schlaf gegönnt, leidet ihre Konzentration. Sie können ihren Katzen-Alltag nicht mehr so gut bewältigen und reagieren gereizt – wie ihre Menschen manchmal eben auch ...

Stimmen, Gerüche und Gefühle

Katzen erkennen die Stimme ihres Menschen sofort. Ihr Gehör ist fein abgestimmt auf vertraute Klänge.

Katzenaugen sind gut entwickelt, sie können räumlich sehen – auch wenn sie kurzsichtig sind. Anlass für Anekdoten wie Gruselgeschichten ist, dass Katzen auch nachts den Durchblick haben!

katze Gehirn
Katzen wissen oft ganz genau, was ihre Besitzer von ihnen wollen – ob sie dann auch darauf hören, ist eine andere Sache. - Depositphotos

Auch Gerüche spielen eine grosse Rolle: Über 200 Millionen Riechzellen verbinden feine wie eher üble Düfte im Hirn der Katzen direkt mit Erinnerungen und Gefühlen. Wo sie vertraute Gerüche erkennen, fühlen sie sich schnell sicher und geborgen.

Geruchs- und Hörzentren sind stark mit diesen Emotionsnetzwerken verschaltet und verknüpfen vertraute Stimmen und Düfte mit Sicherheit. So entsteht ein weit verzweigtes Bindungsnetzwerk statt eines einzelnen «Bindungszentrums» im Katzengehirn.

Soziale Bindungen und Lernen

Katzen sind keine Einzelgänger, sondern soziale Wesen.

Soziale Bindungen von Katzen entstehen im Zusammenspiel mehrerer Hirnareale und Botenstoffe. Im limbischen System verarbeiten Amygdala und Hippocampus emotionale Bedeutung von Bezugspersonen und speichern gemeinsame Erfahrungen.​

Katze Gehirn
Bei körperlichen Berührungen verhält sich das Katzenhirn genauso wie das des Menschen – es schüttet das Bindungshormon Oxytocin aus. - Depositphotos

Wenn du deine Katze streichelst oder kraulst, wird im Hypothalamus das Hormon Oxytocin freigesetzt, das Nähe, Vertrauen und Stressabbau fördert. Gleichzeitig aktiviert Bindung das Belohnungssystem mit Strukturen wie dem Nucleus accumbens, wodurch Kontakt angenehm wirkt.

Selbst in fortgeschrittenen Lebensjahren bleibt ihr Gehirn fit, wenn es denn mental gefordert wird. Mit gezielten Spielen und neuen Herausforderungen bleiben die Tiere geistig flexibel und können bis ins hohe Alter neue Dinge lernen.

Mehr zum Thema:

Kommentare

User #3417 (nicht angemeldet)

Sie haben die Fähigkeit uns Menschen auf ihre Bedürfnisse zu trainieren, wann sie Fressen oder hinaus und herein wollen, wenn sie kuscheln und gestreichelt werden möchten oder auch nicht, sie haben uns ganz schön im Griff.

User #6547 (nicht angemeldet)

Warum muss auf dem Bild eine Qualzucht abgebildet sein. Völlig ubnötig !!!

Weiterlesen

Eine Katze
17 Interaktionen
Nau Haustiere
Flusskreuzfahrten
18 Interaktionen
An Bord

MEHR AUS STADT BERN

«Sendung mit der Maus»
47 Interaktionen
«Sendung mit der Maus»
51 Massnahmen
frohbergweg bern
4 Interaktionen
Kündigung in Bern
bern wahl
1 Interaktionen
Bern